Agitation oder Propaganda
Anarchismus
Arbeit
Defätismus
Emanzipation
Ende des Kapitalismus
Entfremdung
vor Marx
bei Marx
Frau, Familie
Gewalt
Gewerkschaft
Kapitalismus
Klassen

Klassenbewusstsein

Kleinbürger
Krieg
Kommunismus
Ökonomie
Partei
Partei und Klasse

Permanente Revolution
Philosophie
Revolution
Russische Revolution 1917
Reifegrad des alten Systems bei der Revolution

Sozialismus
SPD
Staat
Staatskapitalismus
Sk - DDR
Sk - Komintern
Sk - Kominform
Zitate von Trotzki zum SK
Verbrechen

Agitation oder Propaganda

»Solange es sich darum handelte (und insoweit es sich noch darum handelt), die Avantgarde des Proletariats für den Kommunismus zu gewinnen, solange und insoweit tritt die Propaganda an die erste Stelle; sogar Zirkel mit allen dem Zirkelwesen eigenen Schwächen sind hier nützlich und zeitigen fruchtbare Ergebnisse. Wenn es sich um die praktische Aktion der Massen, um die Verteilung - wenn man sich so ausdrücken darf von Millionenarmeen, um die Gruppierung aller Klassenkräfte einer gegebenen Gesellschaft zum letzten und entscheidenden Kampf handelt, so kann man allein mit propagandistischer Gewandtheit, allein mit der Wiederholung der Wahrheiten des "reinen" Kommunismus nichts mehr ausrichten.«
W.I. Lenin: "Der 'linke Radikalismus', die Kinderkrankheit im Kommunismus", LW, Bd. 31, S. 81, (IS-Broschüre), S. 54

»Die Sekten, im Anfange Hebel der Bewegung, werden ein Hindernis, sowie diese sie überholt; sie werden dann reaktionär;«
Marx/Engels: "Die angeblichen Spaltungen in der Internationale", MEW Bd. 18, S. 33

»Die Zeit der Überrumpelungen, der von kleinen bewussten Minoritäten an der Spitze bewusstloser Massen durchgeführten Revolutionen ist vorbei. Wo es sich um eine vollständige Umgestaltung der gesellschaftlichen Organisation handelt, da müssen die Massen selbst mit dabei sein, selbst schon begriffen haben, worum es sich handelt, für wen sie mit Leib und Leben eintreten.«
Friedrich Engels, "Einleitung zu Marx: Die Klassenkämpfe in Frankreich" 1848 bis 1850, (Ausgabe 1895); zit. nach MEW Bd. 22, S. 523

»Ohne den bewussten Willen und die bewusste Tat der Mehrheit des Proletariats kein Sozialismus.«
Rosa Luxemburg: "Die Nationalversammlung", 20. November 1918; zit. nach ARuS, Bd. II, S. 606ä

Anarchismus

»Für den Anarchismus charakteristische Forderungen wie die “Abschaffung” des Geldes, die “Abschaffung” des Arbeitslohns oder die “Aufhebung” des Staates und der Familie können nur als Musterbeispiele von mechanischem Denken Interesse beanspruchen. Das Geld kann man nicht willkürlich “abschaffen” und den Staat oder die traditionelle Familie nicht “aufheben”; sie müssen ihre historische Mission erfüllen, kraftlos werden und vergehen. Der Geldfetischismus empfängt erst auf jener Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung den Todesstoß, auf der ein unaufhörliches Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums den Zweifüßlern das Geizen um jede Minute Mehrarbeit und die demütigende Angst um die Größe ihrer Ration abgewöhnt hat. Mit dem Verlust seiner Fähigkeit, Glück zu bringen oder in den Staub zu werfen, wird sich das Geld in einfache Rechnungsbelege zur Erleichterung der Statistik und der Planung verwandeln. Noch später wird es wahrscheinlich auch solcher Quittungen nicht mehr bedürfen. Doch diese Sorge können wir getrost unseren Nachkommen überlassen, die klüger sein werden als wir.«
Leo Dawidowitsch Trotzki: "Verratene Revolution", Schriften, Bd. 1.2, Hamburg 1988, S. 758, ff

Arbeit

»Die Arbeit ... ist die erste Grundbedingung alles menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.«
F. Engels: "Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen" MEW Bd. 20, S. 444

»Eine Spinne verrichtet Operationen, die denen des Webens ähneln, und eine Biene beschämt durch den Bau ihrer Wachszellen manchen menschlichen Baumeister. Was aber von vornherein den schlechtesten Baumeister vor der besten Biene auszeichnet, ist, daß er die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wachs baut. Am Ende des Arbeitsprozesses kommt ein Resultat heraus, das beim Beginn desselben schon in der Vorstellung des Arbeiters, also schon ideell vorhanden war. Nicht, dass er nur eine Formveränderung des Natürlichen bewirkt; er verwirklicht im Natürlichen zugleich seinen Zweck, den er weiß, der die Art und Weise seines Tuns als Gesetz bestimmt und dem er seinen Willen unterordnen muss.«
K. Marx: "Das Kapital", Bd. 1, Werke, Bd. 23, S. 193

In den Klassengesellschaften verwandelt sich der eigentlich positive Charakter der menschlichen Arbeit:
»Du sollst arbeiten im Schweiß deines Angesichts! war Jehovas Fluch, den er Adam mitgab. Und so als Fluch nimmt A. Smith die Arbeit. Die ‚Ruhe’ erscheint als der adäquate Zustand, als identisch mit ‚Freiheit‘ und ‚Glück‘. Da das Individuum ‚in seinem normalen Zustand von Gesundheit, Kraft, Tätigkeit, Geschicklichkeit, Gewandtheit‘ auch das Bedürfnis einer normalen Portion von Arbeit hat, und von Aufhebung der Ruhe, scheint A. Smith ganz fernzuliegen. ... Allerdings hat er Recht, dass in den historischen Formen der Arbeit als Sklaven-, Fronde-, Lohnarbeit die Arbeit stets repulsiv, stets als äußre Zwangsarbeit erscheint und ihr gegenüber die Nichtarbeit als ,Freiheit und Glück‘.«
K. Marx: "Grundrisse", S. 504, f

Defätismus

»Wenn zwei imperialistische Länder Krieg führen, geht es dabei weder um Demokratie noch um nationale Unabhängigkeit, sondern um die Unterdrückung rückständiger, nichtimperialistischer Völker. In einem solchen Krieg stehen beide Länder auf der gleichen historischen Stufe. Daher sind die Revolutionäre in beiden Armeen Defätisten.«
Leo Trotzki: "Über den chinesisch-japanischen Krieg (Brief an...), Hamburg 1990, S. 866

»Aber stellen wir uns einmal vor, ein Sklavenhalter, Besitzer von 100 Sklaven, läge im Krieg mit einem anderen Sklavenhalter, Besitzer von 200 Sklaven, um die "gerechtere" Neuaufteilung der Sklaven. Es ist klar, dass die Anwendung der Begriffe „Verteidigungskrieg“ oder "Vaterlandsverteidigung" auf einen solchen Fall historisch verlogen und praktisch ein glatter Betrug wäre, ...«
W.I. Lenin: "Sozialismus und Krieg", LW, Berlin 1960, Bd. 21, S. 301

»In keinem Lande darf der Kampf gegen die eigene, am imperialistischen Krieg beteiligte Regierung vor der Möglichkeit nicht haltmachen, dass dieses Land infolge der revolutionären Agitation eine Niederlage erleidet.«
W.I. Lenin: "Die Konferenz der Auslandssektion der SDAPR", LW, Berlin 1960, Bd. 21, S. 152

Emanzipation

»Ihr habt 15, 20, 50 Jahre Bürgerkriege und Völkerkämpfe durchzumachen, nicht nur um die Verhältnisse zu ändern, sondern um euch selbst zu ändern und zur politischen Herrschaft zu befähigen.«
Karl Marx: "Enthüllungen über den Kommunisten-Prozess zu Köln", MEW Bd. 8, S. 412

Ende des Kapitalismus

""Wir sind der Washington Post, der New York Times, dem Time Magazine und anderen großen Medien dankbar, deren Direktoren unseren Treffen beiwohnten und sich an ihr Versprechen Diskretion zu wahren, beinahe vierzig Jahre lang gehalten haben. Es wäre uns unmöglich gewesen, unseren Plan für die Welt zu entwickeln, hätten wir all diese Jahre im hellen Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit gestanden. Aber die Welt ist jetzt entwickelter und vorbereitet, sich in Richtung auf eine Weltregierung zu bewegen, die niemals wieder Krieg kennen wird, sondern nichts als Frieden und Wohlstand für die ganze Menschheit. Die supranationale Souveränität einer intellektuellen Elite und der Bankiers der Welt ist der in den vergangenen Jahrhunderten praktizierten nationalen Selbstbestimmung sicherlich vorzuziehen."
David Rockefeller, 1991.
„Wir stehen kurz vor einer weltweiten Umformung. Alles, was wir benötigen, ist die richtige bedeutsame Krise und die Nationen werden die Neue Weltordnung bejahen." (sinngemäße Übersetzung). (aus Ex-Wikipedia 2010, inzwischen gelöscht)
David Rockefeller sagte 1994 vor der UN

In Andrew Carrington Hitchcocks Buch “Satans Banker (Link 7). Die Rothschild Familien Geschichte” lesen wir auf Seite 88

James Paul Warburg [Auch einer der Supereichen] erschien vor dem Senat am 7. Februar 1904 und behauptete arrogant

‚Wir werden die Weltregierung innehaben, ob wir das mögen oder nicht. Die einzige Frage ist, ob die Weltregierung freiwillig  oder  durch Eroberung zu erreichen ist.’
Somit beginnen die Rothschilds ihre Arbeit an einem Plan für eine Globale Regierung, welche mit einem Plan der 3 Schritte beginnt, das ökonomische System der gesamten Welt zu zentralisieren. Diese Schritte sind:

1. Dominierung der Nationalen Wirtschaft durch Zentralbanken weltweit
2. Zentralisierte regionale Ökonomien durch Superstaaten wie die Europäische Union und regionale Handelsunionen wie die NAFTA.
3. Zentralisierung der Weltwirtschaft durch eine Weltbank, eine Weltwährung und die Beendigung der Nationalen Unabhängigkeit durch die Abschaffung aller Handelsverein- barungen durch solche Vereinbarungen  wie das General Agreement on Tariffs and Trade (GATT)"

Entfremdung

»Aber seine [Marx’] Analyse der entfremdeten Arbeit birgt immer noch die Zeichen seiner philosophischen Vergangenheit in sich... Diese philosophischen Spuren wirken sich politisch aus. Eine Begleiterscheinung der Analyse der entfremdeten Arbeit ist, dass die Kapitalisten selber entfremdet sind, selber dazu verdammt, eine weniger als menschliche, entwurzelte Existenz zu fristen. Diese Art Argument ist von den utopischen Sozialisten benutzt worden, um ihre Berufung auf die Kapitalisten wie die Arbeiter zu rechtfertigen. Sie argumentierten, dass beide vom Umsturz der bürgerlichen Gesellschaft profitieren würden... Die Untersuchung der entfremdeten Arbeit in den 1844er Manuskripten ist... ein Embryo der späteren, reiferen Theorie.«
A. Callinicos: "The revolutionary Ideas of Karl Marx", London 1983, S. 70, f.

»Es kann gar nicht nachdrücklich genug betont werden, dass Marx’ Theorie der Entfremdung keine Theorie darüber, wie sich der Arbeiter auf der Arbeit ‘fühlt’ oder über einen Geisteszustand ist. Sie ist die Theorie einer ‘ökonomischen Tatsache’... Wie zentral die Theorie der entfremdeten Arbeit in der marxistischen Kapitalismuskritik steht, lässt sich an zwei Behauptungen ersehen, wo Marx zum einen sagt, dass, ,wenn das Privateigentum als Grund, als Ursache der entäußerten Arbeit erscheint, es vielmehr eine Konsequenz derselben ist‘. Zweitens, dass die Besonderheit am Kapitalismus die ist, dass in ihm die Arbeit selbst zur Ware wird.«
J. Molyneux: "Was ist die wirklich marxistische Tradition?" Köln 1996, S. 16 f.

»Am Horizont schimmerten die Lichter der Hauptstadt, als wäre die weite, kahle Ebene mit Juwelen übersät.

Der alte Arbeiter am Steuer hielt das Lenkrad nur noch mit einer Hand, während er mit der anderen voll überschwenglicher Freude auf die in der Ferne leuchtende Hauptstadt wies.
,Mein!‘ rief er mit glänzenden Augen. ,Ganz gehört es jetzt mir! Mein Petrograd!‘«
J. Reed: "10 Tage, die die Welt erschütterten", Berlin 1988, S. 310

Der Entfremdungsbegriff vor Marx

»Die Religion ist die Entzweiung des Menschen mit sich: er setzt sich Gott als ein ihm entgegengesetztes Wesen gegenüber. Gott ist nicht, was der Mensch ist - der Mensch nicht, was Gott ist. Gott ist das unendliche, der Mensch das endliche Wesen, Gott vollkommen, der Mensch unvollkommen, Gott ewig, der Mensch zeitlich, Gott allmächtig, der Mensch unmächtig, Gott heilig der Mensch sündhaft. Gott und Mensch sind Extreme: Gott das schlechthin Positive, der Inbegriff aller Realitäten, der Mensch das schlechtweg Negative, der Inbegriff aller Nichtigkeiten.
Aber der Mensch vergegenständlicht in der Religion sein eigenes, geheimes Wesen. Es muß also nachgewiesen werden, dass auch dieser Gegensatz, dieser Zwiespalt, mit welchem die Religion anhebt, ein Zwiespalt des Menschen mit seinem eigenen Wesen ist.«
L. Feuerbach: "Das Wesen des Christentums", Werke, Bd. 5, S. 47, f

»Die Religion ist der Traum des menschlichen Geistes. Aber auch im Traume befinden wir uns nicht im Nichts oder im Himmel, sondern auf der Erde - im Reiche der Wirklichkeit, nur dass wir die wirklichen Dinge nicht im Lichte der Wirklichkeit und Notwendigkeit, sondern im entzückenden Scheine der Imagination und Willkür erblicken. Ich tue daher der Religion... nichts weiter an, als daß ich ihr die Augen öffne oder vielmehr nur ihre einwärts gekehrten Augen auswärts richte, d.h. ich verwandle nur den Gegenstand in der Vorstellung oder Einbildung in den Gegenstand in der Wirklichkeit.«
L. Feuerbach: "Das Wesen des Christentums", Werke, Bd. 5, S. 4070

Der Entfremdungsbegriff bei Marx

»Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät [Gesellschaft, K.S.]. Dieser Staat, diese Sozietät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine verkehrte Welt sind.«

K. Marx: "Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie", Werke, Bd. 1, S. 378

»Die Arbeit ... ist die erste Grundbedingung alles menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.«
F. Engels: "Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen", Werke, Bd. 20, S. 444

»Eine Spinne verrichtet Operationen, die denen des Webens ähneln, und eine Biene beschämt durch den Bau ihrer Wachszellen manchen menschlichen Baumeister. Was aber von vornherein den schlechtesten Baumeister vor der besten Biene auszeichnet, ist, dass er die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wachs baut. Am Ende des Arbeitsprozesses kommt ein Resultat heraus, das beim Beginn desselben schon in der Vorstellung des Arbeiters, also schon ideell vorhanden war. Nicht, dass er nur eine Formveränderung des Natürlichen bewirkt; er verwirklicht im Natürlichen zugleich seinen Zweck, den er weiß, der die Art und Weise seines Tuns als Gesetz bestimmt und dem er seinen Willen unterordnen muss.«
K. Marx: "Das Kapital", Bd. 1, Werke, Bd. 23, S. 193

Frau, Familie

»In dem Verhältnis also, wie die Reichtümer sich mehrten, gaben sie einerseits dem Mann eine wichtige Stellung in der Familie als der Frau und erzeugten andrerseits den Antrieb, diese verstärkte Stellung zu benutzen, um die hergebrachte Erbfolge zugunsten der Kinder umzustoßen. Dies ging aber nicht, solange die Abstammung nach Mutterrecht galt. Diese also musste umgestoßen werden, und sie wurde umgestoßen. Es war dies gar nicht so schwer, wie es uns heute erscheint. Denn diese Revolution - eine der einschneidensten, die die Menschen erlebt haben - brauchte nicht ein einziges der lebenden Mitglieder einer Gens zu berühren.«
Friedrich Engels: "Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats.", MEW Bd. 21, S.60

»Der Umsturz des Mutterrechts war die weltgeschichtliche Niederlage des weiblichen Geschlechts. Der Mann ergriff das Steuer auch im Hause, die Frau wurde entwürdigt, geknechtet, Sklavin seiner Lust und bloßes Werkzeug der Kinderzeugung. Diese erniedrigte Stellung der Frau, wie sie namentlich bei den Griechen der heroischen und noch mehr der klassischen Zeit offen hervortritt, ist allmählich beschönigt und verheuchelt, auch stellenweise in mildere Form gekleidet worden: beseitigt ist sie keineswegs.«
Friedrich Engels: "Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats.", MEW Bd. 21, S.61

»Marx setzt hinzu: "Die moderne Familie enthält im Keim nicht nur Sklaverei, sondern auch Leibeigenschaft, da sie von vornherein Beziehung hat auf Dienste für Ackerbau. Sie enthält in Miniatur alle die Gegensätze in sich, die sich später breit entwickeln in der Gesellschaft und in ihrem Staat."«
Friedrich Engels: "Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats.", MEW Bd. 21, S.61

Zu Frauenrecht oder Mutterrecht sagen die frauenrechtlichen Völker auch matrilineare Gesellschaft – Matrilinearität (wiki)
http://de.wikipedia.org/wiki/Matrilinearit%C3%A4t

Gewalt

»Die "Jakobiner" des 20. Jahrhunderts würden die Kapitalisten nicht guillotinieren - ein gutes Beispiel nachahmen heißt nicht, es kopieren.  Es würde genügen, 50 bis 100 Bankmagnaten zu verhaften, die größten Meister im Plündern der Staatskasse und in dunklen Bankgeschäften. Es würde genügen, sie auf einige Wochen festzusetzen, um ihre Machenschaften aufzudecken, um allen Ausgebeuteten zu zeigen, "wer den Krieg braucht". Sind die Machenschaften der Bankkönige aufgedeckt, so könnte man sie freilassen, nachdem man die Banken und Syndikate der Kapitalisten und alle Unternehmer, die für den Staat "arbeiten", unter die Kontrolle der Arbeiter gestellt hat.«
W. I. Lenin: "Über die Volksfeinde", LW  Bd. 25, Berlin 1972, S. 45

In der Sogenannte Ursprüngliche Akkumulation

Wenn das Geld, nach Augier, "mit natürlichen Blutflecken auf einer Backe zur Welt kommt" (249) so das Kapital von Kopf bis Zeh, aus allen Poren, blut- und schmutztriefend (250)

  1. »Kapital«, sagt der Quarterly Reviewer, »flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit eprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden, 20 Prozent, es wird lebhaft, 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel.« (T.J. Dunning, 1.c. p.35, 36.)
    Karl Marx: Das Kapital 1, Fußnote 1346 Seite 788 250. Fußnote

Gewerkschaft

»Die englischen Trade-Unions waren rein urwüchsig entstanden, die Kinder bloßer Praxis; die deutschen wurden von Sozialdemokraten gegründet und geleitet...«
Karl Kautsky: "Der Weg zur Macht", Ffm. 1972, S. 78

Kapitalismus

»...Was geschieht denn, wenn der Manager am Morgen schweißgebadet aufwacht und beschließt: Ich schmeiße keine Leute mehr raus, denn ab sofort bin ich ein guter Mensch? Dann feuert  ihn sein Aufsichtsratschef, weil der Aktienkurs nach unten rauscht...
...Die Gesellschaft kann sozial sein, nicht aber die Wirtschaft...
...Das geht nicht in die Bonner Köpfe: dass Unternehmer und Unternehmen heute mächtiger sind als die Politik...«
(Stern Nº 23, 98)
Lothar Späth, Ex-Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Chef von Zeiss-Jena in einem 'Stern'-Interview: (Stern Nº 23, 1998)

»Wir brauchen ... eine Lohnpolitik, die sich stärker an der Produktivität der einzelnen Betriebe orientiert. Das wird erleichtert, wenn wir die Arbeitnehmer am Produktiv-Vermögen beteiligen.«
Oskar Lafontaine, 15.11.1995, Mannheimer Parteitag

Klassen

Kleinbürger

»Aber schon Marx hat darauf hingewiesen, dass der Kleinbürger als Mittelding zwischen Kapitalist und Proletarier zwischen beiden hin und her schwankt, der Mann des einerseits und andererseits ist.«
Karl Kautsky: "Der Weg zur Macht", Ffm. 1972, S. 100

Klasse an sich / Klasse für sich
»Die ökonomischen Verhältnisse haben zuerst die Masse der Bevölkerung in Arbeiter verwandelt. Die Herrschaft des Kapitals hat für diese Masse eine gemeinsame Situation, gemeinsame Interessen geschaffen. So ist diese Masse bereits eine Klasse gegenüber dem Kapital, aber noch nicht für sich selbst. In dem Kampf ... findet sich diese Masse zusammen, konstituiert sie sich als Klasse für sich selbst. Die Interessen, welche sie verteidigt, werden Klasseninteressen. Aber der Kampf von Klasse gegen Klasse ist ein politischer Kampf.«
Karl Marx: "Das Elend der Philosophie" (1846/47), MEW Bd. 4, S. 180, f.

»Die einzelnen Individuen bilden nur insofern eine Klasse, als sie einen gemeinsamen Kampf gegen eine andere Klasse zu führen haben; im übrigen stehen sie einander selbst in der Konkurrenz wieder feindlich gegenüber. Auf der anderen Seite verselbständigt sich die Klasse wieder gegen die Individuen, so dass diese ihre Lebensbedingungen prädestiniert vorfinden, von der Klasse ihre Lebensstellung und damit ihre Persönliche Entwicklung angewiesen bekommen, unter sie subsumiert werden.«
Karl Marx, Friedrich Engels: "Die deutsche Ideologie" (1845/46), MEW Bd. 3, S. 54

Klassenbewusstsein

»Wir haben in Deutschland eine Situation (1882), die mit steigender Geschwindigkeit der Revolution zutreibt und in kurzem unsre Partei in den Vordergrund drängen muss... Was uns fehlt, ist einzig ein rechtzeitiger Anstoß von außen. Diesen bietet die Lage Russlands, wo der Beginn der Revolution nur noch Frage von Monaten ist
F. Engels: "Brief an E. Bernstein, 22.-25.2.1882", MEW Bd. 35, S. 283


»Der in der Partei, und zwar in beiden Fraktionen, vorherrschende Standpunkt war, daß die Krise eine Verschärfung des revolutionären Kampfes mit sich bringen müsse. Ich nahm einen anderen Standpunkt ein. Nach einer Periode großer Kämpfe und großer Niederlagen wirken Krisen auf die Arbeiterklasse nicht erhebend, sondernd drückend, rauben ihr die Zuversicht zu ihren Kräften und zersetzen sie politisch. Unter solchen Umständen vermag nur ein neuer industrieller Aufschwung das Proletariat zusammenzuschweißen, zu neuem Leben zu erwecken, ihm das Vertrauen zu seiner Kraft zurückzugeben und es wieder kampffähig zu machen.«
Leo Trotzki: "Mein Leben", Ffm 1974, S. 197

»Allein die Bewegung im Ganzen geht nicht bloß nach der Richtung vom ökonomischen zum politischen Kampf, sondern auch umgekehrt. Jede von den großen politischen Massenaktionen schlägt, nachdem sie ihren politischen Höhepunkt erreicht hat, in einen ganzen Wust ökonomischer Streiks um...«
Rosa Luxemburg: "Ausgewählte Reden und Schriften", Berlin 1965, Bd. 1, S. 201/202

»Das Gehirn legt sich ständig Erklärungen parat. So verhindert es, dass die Seele entgleist, das Bewusstsein bleibt im Einklang mit sich selbst [mit seinem Brötchengeber] - wobei es sich in abstruse Widersprüche mit der Wirklichkeit verwickelt.«
'Spiegel' Nr. 1 2001, S. 152

Krieg

Siehe auch Lenin: "Sozialismus und Krieg", 1887

»Engels unter nationaler Verteidigung im Sinne sozialdemokratischer Politik nicht die Unterstützung der preußisch-junkerlichen Militärregierung und ihres Generalstabs verstand, sondern eine revolutionäre Aktion nach dem Vorbild der französischen Jakiobiner.«
Paul Frölich: "Rosa Luxemburg, Gedanke und Tat", Frankfurt 1967, S. 262

»Am 4. September erhob sich die Bevölkerung von Paris und rief die Republik aus. Und damit entfiel für die Deutschen jeder Grund zur Weiterführung des Krieges...
Auf freiem Fuß waren im Herbst 1870 von allen Führern der sozialistischen Arbeiterbewegung nur noch Bebel und Liebknecht, die sich als Abgeordnete im "Reichstag" des "Norddeutschen Bundes" für einen sofortigen Friedensschluss mit der französischen Republik und gegen jede weitere Geldbewilligung einsetzten.«
Bernt Engelmann: "Wir Untertanen", Ffm. 1976, S. 267

»Teile der SDAP - so der Parteiausschuss in Braunschweig - sprachen sich wie der gesamte ADAV für die Unterstützung der preußischen Kriegspolitik als einer defensiven Aktion aus, mit der Begründung, die "deutsche Nation" sei in diesem Falle "die beschimpfte, die angegriffene". Bebel und Liebknecht hingegen erklärten im Reichstag, "als Sozial-Republikaner" seien sie "prinzipielle Gegner eines jeden dynastischen Krieges". Sie warfen den Sozialdemokraten, auch der eigenen Partei, die diesen Krieg als "Verteidigungskrieg" akzeptierten, "nationalen Paroxismus" und "patriotischen Dusel" vor.«
Arno Klönne: "Die deutsche Arbeiterbewegung", München 1989, S. 49


»Aber stellen wir uns einmal vor, ein Sklavenhalter, Besitzer von 100 Sklaven, läge im Krieg mit einem anderen Sklavenhalter, Besitzer von 200 Sklaven, um die "gerechtere" Neuaufteilung der Sklaven. Es ist klar, dass die Anwendung der Begriffe "Verteidigungs"krieg oder "Vaterlandsverteidigung" auf einen solchen Fall historisch verlogen und praktisch ein glatter Betrug wäre, begangen von gerissenen Sklavenhaltern am einfachen Volk, an den Kleinbürgern, an der unaufgeklärten Masse.«
W.I. Lenin: LW, Bd. 21, S. 31

»Damit der Globalismus funktioniert, darf Amerika sich nicht scheuen, als die allmächtige Supermacht aufzutreten, die es ist. Die unsichtbare Hand des Marktes wird nie ohne eine unsichtbare Faust funktionieren. McDonald kann nicht ohne den F-15-Konstrukteur McDonell Douglas florieren. Und die unsichtbare Faust, die dafür sorgt, dass die Welt für Silicon Valley Technologien sicher ist, heißt Heer, Luftwaffe, Marine und Marineinfanterie der USA
Thomas Friedmann, Berater der US-Außenministerin Madeleine Albright, am 28.3.99

Kommunismus

»In einer höhern Phase der Kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung des einzelnen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz zwischen geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern das erste Lebensbedürfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch die Produktivkräfte gewachsen sind und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen - erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshorizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahnen schreiben: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.«
Karl Marx: "Kritik des Gothaer Programms", MEW, Bd. 19, S. 21

Ökonomie

»Wenn man einen kurzen Blick auf die Geschichte der Menschheit wirft; auf die Geschichte des Klassenkampfes und die Geschichte der ökonomischen Formen, geht in der Regel der Veränderung in der Form der Beziehungen zwischen den Menschen immer und überall eine Veränderung im Inhalt voraus, ob die Vorwärtsbewegung nun durch einen Antagonismus, durch friedliche Evolution oder durch beide abwechselnd vor sich geht.«
Preobashenski – „Die neue Ökonomik“, S. 96

 »... der Nürnberger Hirschvogel und andre, die mit einem Kapital von 66.000 Dukaten und drei Schiffen sich an der portugiesischen Expedition nach Indien 1505/06 beteiligte und dabei einen Reingewinn von 150, nach andern 175 Prozent herausschlug, (Heyd: "Levantehandel", II, 524) und eine ganze Reihe andrer Gesellschaften "Monopolia", über die Luther sich so erzürnt.
Hier stoßen wir zum erstenmal auf einen Profit und eine Profitrate.«
Friedrich Engels: "Ergänzung und Nachtrag zum III. Buche des 'Kapital'", Band 3, S. 654

»Die polnische sozialistische Bewegung war 1877 entstanden, zu einer Zeit, als der vom Zarismus aufgepäppelte polnische Kapitalismus von einem Taumel ergriffen war, Profite von 100 Prozent des Aktienkapitals nicht selten und solche von 45-50 Prozent im Durchschnitt erreicht wurden.«
Paul Frölich; "Rosa Luxemburg, Gedanke und Tat", Frankfurt 1967, S. 31

»Verschiedene der Kritiker, und besonders Bucharin, glaubten, einen wirksamen Trumpf gegen Rosa Luxemburg auszuspielen, indem sie auf die gewaltigen Möglichkeiten der kapitalistischen Ausbreitung in den nichtkapitalistischen Raum hinwiesen. Die Schöpferin der Akkumulationstheorie hat diesem Argument bereits die Spitze abgebrochen durch die wiederholte Betonung, der Kapitalismus müsse in Todeszuckungen geraten, längst bevor die ihm immanente Tendenz auf Erweiterung des Marktes auf die objektive Schranke gestoßen sei,«
Paul Frölich; "Rosa Luxemburg, Gedanke und Tat", Frankfurt 1967, S. 198

»So wurde berechnet, dass das Verhältnis der Nettoproduktion von Investitionsgütern zu der von Konsumgütern in Großbritannien sich wie folgt entwickelte:
1851: 100 zu 470; 1871: 100 zu 390; 1901: 100 zu 170; 1924: 100 zu 150.
Die Zahlen für die USA sind: 1850: 100 zu 240; 1890: 100 zu 150; 1920: 100 zu 80.
Die Zahlen für Japan: 1900: 100 zu 480; 1913: 100 zu 270; 1925: 100 zu 240.«
W.S. and E.S. Woytinski: "World Population and Production", New York 1953. S. 415 f.
aus Tony Cliff:  "Studie über Rosa Luxemburg", IS-Broschüre, S. 50


»1960 waren in Deutschland  noch 40 Erwerbstätige nötig, um Waren und Dienstleistungen im Wert von einer Millionen Mark herzustellen, 1990 schon reichten weniger als 10 Beschäftigte dafür aus.«
'Der Spiegel', Nr. 31/28.7.97., S. 88

»Nach Fernost flossen bis vor kurzem gigantische Kapitalströme, sie kurbelten die Wirtschaft der großen und kleinen "Tiger" so lange an, wie die Region mit Billiglöhnen und Produktivität locken konnte.«
'Der Spiegel' Nr. 45/3.11.97, S. 134

Zirkulationszeit

»Die Zirkulationszeit einer Warensendung nach Ostasien, 1847 noch mindestens zwölf Monate (s. Buch II, S.235), ist jetzt (1894) auf ungefähr ebensoviel Wochen reduzierbar geworden.«
Friedrich Engels: Einfügung im "Das Kapital", B. III, S. 81

»...Z.B. die Ware wird nach Indien geschickt. Dies dauert z.B. 4 Monate«
Karl Marx: "Das Kapital", S. 254

»...(für die Laufzeit von Wechseln zwischen dort [Indien und China] und Europa) "von zehn Monaten nach Dato auf 6 Monate nach Sicht zu reduzieren...«
'London Economist', 16. 1866, nach Karl Marx: "Das Kapital", S. 254

Das belebende Feuer der Produktion erloschen
»Die Profitrate, d.h. der verhältnismäßige Kapitalzuwachs ist vor allem wichtig für alle neuen, sich selbständig gruppierenden Kapitalableger. Und sobald die Kapitalbildung ausschließlich in die Hände einiger wenigen, fertigen Großkapitale fiele, für die die Masse des Profits die Rate aufwiegt, wäre überhaupt das belebende Feuer der Produktion erloschen. Sie würde einschlummern.«
Karl Marx, "Das Kapital," Bd. 3, Seite 269

Grenzen der Märkte
„Wodurch überwindet die Bourgeoisie die [Überproduktions]-Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; anderseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung alter Märkte."
Karl Marx und Friedrich Engels im Manifest der Kommunistischen Partei (S. 9):

Vorraussetzung

»Der hohe Entwicklungsgrad der Produktivkräfte ist für den Sozialismus auch deswegen eine absolut notwendige Voraussetzung, weil ohne sie nur der Mangel verallgemeinert, also mit der Notdurft auch der Streit um das Notwendige wieder beginnen und die ganze alte Scheiße sich herstellen müsste.«
Karl Marx: "Das Kapital", S. 255

»Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel. Überall muss sie sich einnisten, überall anbauen, überall Verbindungen herstellen.«
Karl Marx: "Kommunistisches Manifest", S. 6

»Es ist eine reine Tautologie zu sagen, dass die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion der an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. ... Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, dass die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größeren Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält.«
Karl Marx: "Das Kapital", Bd. II., MEW, Berlin 1975, Bd. 24, S. 409

»Durch Ausweitung des Absatzes kann erreicht werden, dass aufgrund der Umsatzsteigerungen bei gleichbleibendem konstanten Kapital ... das Verhältnis m/c+v gleichbleiben kann. Bei einer Verdoppelung von c muss aber auch m und v und damit der monetäre Absatz des verdoppelt werden. Bei einer Verdreifachung der Produktivität (dadurch wird nur noch 1/3 von m und v benötigt) muß der Absatz des Neuwertes verdreifacht werden. Bei einer Verdoppelung von c und einer Verdreifachung der Produktivität müsste der Absatz des Neuwertes versechsfacht (2 mal 3) und des Altwertes verdoppelt werden, wenn die Profitrate gleichbleiben sollte.«
Norbert Nelte: "Marxistische Wirtschaftstheorie - leicht gemacht", Köln 1996, S. 18

»Bei der Einbeziehung der organischen Zusammensetzung des Kapitals errechnet sich immer eine Überproduktion im Sektor II. Die Nachfrage nach Konsumgütern liegt immer unter den hergestellten Waren im Konsumtionsbereich.«
Norbert Nelte: "Die 'nichtkapitalisierten Sphären' bei Rosa Luxemburg und die Tigerstaaten", LO 16, S. 27

Vermögensverteilung
Das Zinseinkommen der Arbeiter ist gesunken und das der Kapitalisten gestiegen:
Der Anteil der 5% Reichsten am gesamten Zinseinkommen stieg von 1972 bis 1987 von 17,9 auf 22,8%, der Anteil der 60% Ärmsten sank von 33,5% auf 29,6% (Der 5% Ärmsten von 1,2 auf 0,6 und der 10% Ärmsten von 2,6 auf 1,7)

Verbrauchssteuer
»Die Verbrauchssteuer hat ihre volle Entwicklung erst seit dem Sieg der Bourgeoisie genommen. In den Händen des industriellen Kapitals, das heißt des mäßigen und sparsamen Reichtums, der sich durch direkte Ausbeutung der Arbeit erhält, reproduziert und vergrößert - war die Verbrauchssteuer ein Mittel, den frivolen, lebenslustigen, verschwenderischen Reichtum der großen Herren auszubeuten, die nichts taten als konsumieren...«
Karl Marx: "Das Elend der Philosophie", MEW, Berlin 1980, S. 165

Profitratenfall - Entgegenwirkende Ursachen

»Das Steigen der Mehrwertrate - da es namentlich unter Umständen stattfindet, wo keine oder keine verhältnismäßige Vermehrung des konstanten Kapitals gegen das variable stattfindet - ist ein Faktor, wodurch die Masse des Mehrwerts und daher auch die Profitrate mit bestimmt wird. Er hebt nicht das allgemeine Gesetz auf. Aber er macht, dass es mehr als Tendenz wirkt, d.h. als ein Gesetz, dessen absolute Durchführung durch gegenwirkende Umstände aufgehalten, verlangsamt, abgeschwächt wird.«
Karl Marx: "Das Kapital", Bd. 3, 14. Kapitel

»Marx war der Meinung, dass diese Faktoren die langfristige Tendenz des Falls der Profitrate über viele Aufschwünge und Konjunktureinbrüche hinweg abfedern könnten. Er argumentierte aber auch, dass sie sie nicht vollständig aufheben könnten.
Zum einen war die Fähigkeit des Systems, die fallende Profitrate durch steigende Ausbeutungsrate auszugleichen, begrenzt. Wie groß auch immer die Zunahme des Mehrwertes, der aus jedem einzelnen Arbeiter herausgepresst wird, ausfallen mochte - Marx bemerkte, dass sie doch auf eine Grenze stieß, nämlich auf die Gesamtlänge des Arbeitstages. Die Fähigkeit zur Erweiterung der Investitionen in Produktionsmittel hingegen ist tatsächlich unbegrenzt. Es musste ein Punkt erreicht werden, ab dem die Kapitalisten nur noch einen geringfügigen Vorteil aus einer weiteren Zunahme der Ausbeutungsrate erzielen konnten. Nichts jedoch konnte die immer stärker zutage tretende Kopflastigkeit im Verhältnis der Kapitalinvestitionen zu den Arbeitskräften und den damit verbundenen Druck auf die Profitrate aufhalten««
Chris Harman: "Wohin treibt der Kapitalismus", S. 6

»Früher hatten wir zu betrachten, wie der Mehrwert aus dem Kapital, jetzt wie das Kapital aus dem Mehrwert entspringt. Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.«
K. Marx: "Das Kapital", MEW Bd. 23, S. 605

»Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel. Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als absolute Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsgesetze als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation. ...
Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und die indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.«
K. Marx: "Das Kapital", MEW Bd. 23, S. 618, f. Vgl. ebd., S. 621

Andererseits erzielen sie ihre profitablen Renditen mit der Spekulation an der Börse. Hier wären noch fette Gewinne zu erwarten. Schon 1994 stellte sich dieses Ungleichgewicht ein: „Siemens kassierte aus diesen Finanzanlagen z.B. im Geschäftsjahr 93/94 Zinseinnahmen von 3 Milliarden Mark - weit mehr, als der Gewinn aus dem angestammten Geschäft einbrachte“
(ISW-Report Nr. 26, S. 6)

“Die Produktionsfähigkeit wird entscheidend von der technischen Entwicklung beeinflusst und die technische Entwicklung kann nur erreicht werden, in dem technisch geforscht wird und die technische Forschung durch Investitionen unterstützt wird.
Und so gravitiert der Marktpreis [nach dem] natürlichen Preis als Zentralpunkt”
K. Marx „Ökonomisch philosophische Manuskripte” (1844), S. 6

"Die Funktion der fiskalpolitischen Eingriffe - Zur Gegentendenz des Fallens der Profitrate"
“Die ungeheuren materiellen Zerstörungen, die der Zweite Weltkrieg hinterlassen hatte, erlaubten eine rapide Expansion von Produkten und Beschäftigung, eine hohe Rate der Kapitalbildung und eine entsprechend beträchtliche Profitrate.”
Christoph Deutschmann

Partei

»Der Parteitag fand im Frühjahr 1898 statt... Die Petersburger Organisation bestand damals nur aus vier Personen.«
N.K. Krupskaja: "Das ist Lenin", Berlin 1970, S.160

»Spaltung ist immerhin besser als Konfusion, die sowohl das ideologische, theoretische, revolutionäre Wachstum, den Reifeprozeß der Partei als auch ihre einmütige, wirklich organisierte, wirklich die Diktatur des Proletariats vorbereitende, praktische Arbeit hemmt.«
W.I. Lenin: "Der 'linke Radikalismus', die Kinderkrankheit im Kommunismus", LW, Bd. 31, S. 95, (IS-Broschüre), S. 61

Partei und Klasse

»Aber das Tempo des Fortschritts wird mit einem Schlage ein rapides, wenn Zeiten revolutionärer Gärung kommen. Es ist ganz unglaublich, wie rasch in solchen Zeiten die Masse der Bevölkerung lernt und zur Klarheit über ihre Klasseninteressen gelangt.«
Karl Kautsky: "Der Weg zur Macht", Ffm. 1972, S. 70

»Niemals ist der Gedanke erörtert worden, sofort überall Arbeiterräte wählen zu lassen. Man kümmerte sich wenig darum, was nach dem Kampfe werden sollte. Es galt zunächst, den Kampf vorzubereiten und erfolgreich durchzuführen. Als dann der Novemberzusammenbruch kam, da wuchsen die Arbeiterräte aus den revolutionären Verhältnissen heraus, auch dort, wo niemals zuvor an diesen Umsturz gedacht worden war.«
Richard Müller: "1918: Räte in Deutschland", Osnabrück, S. 4

Permanente Revolution

»Diese [Die Revolution in Russland] wird nicht nur die große Masse der Nation, die Bauern, aus der Isolierung ihres Dörfer, die ihren "Mir", ihre "Welt" bilden, herausreißen und auf die große Bühne führen, wo sie die Außenwelt und damit sich selbst, ihre eigne Lage und die Mittel zur Rettung aus der gegenwärtigen Not kennenlernt, sondern sie wird auch der Arbeiterbewegung des Westens einen neuen Anstoß und neue, besssere Kampfesbedingungen geben und damit den Sieg des modernen industriellen Proletariats beschleunigen, ohne den das heutige Russland weder aus der Gemeinde noch aus dem Kapitalismus heraus zu einer sozialistischen Umgestaltung kommen kann.«
Friedrich Engels: "Nachwort zu 'Soziales aus Russland'", MEW Bd. 22, S. 435

»Die Tatsache, dass das russische Proletariat als erstes zur Macht gelangt ist, bedeutet noch keinesfalls, dass es als erstes zum Sozialismus kommen wird.«
Leo Trotzki: "Geschichte der russischen Revolution", S. 1021

»Je rückständiger ein Land ist, das kraft des Zickzacks der Geschichte gezwungen war, seine sozialistische Revolution zu beginnen, um so schwieriger wird ihm der Übergang von den alten kapitalistischen Beziehungen zu sozialistischen.«
»Für uns ist es leicht, die Revolution zu beginnen, und schwieriger, sie fortzusetzen, im Westen ist es schwieriger, die Revolution zu beginnen, aber dort wird es leichter sein, sie fortzusetzen.«
Lenin im März 1918: nach Leo Trotzki: "Geschichte der russischen Revolution", S. 1021

Philosophie

»Die Deutschen haben in der Politik gedacht, was die andern Völker getan haben.
Karl Marx: "Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie", MEW 1, S. 378

»Wer nur den Klassenkampf anerkennt, ist noch kein Marxist, er kann noch in den Grenzen bürgerlichen Denkens und bürgerlicher Politik geblieben sein. Den Marxismus auf die Lehre vom Klassenkampf beschränken heißt den Marxismus stutzen, ihn entstellen, ihn auf das reduzieren, was für die Bourgeoisie annehmbar ist. Ein Marxist ist nur, wer die Anerkennung des Klassenkampfes auf die Anerkennung der Diktatur des Proletariats erstreckt. Hierin besteht der tiefste Unterschied des Marxisten vom durchschnittlichen Klein- (und auch Groß-)Bourgeois. Das muß der Prüfstein für das wirkliche Verstehen und Anerkennen des Marxismus sein.«
Wladimir Iljitsch Lenin: "Staat und Revolution", Werke, Bd. 25, Berlin 1960, S. 424

Revolution

»Für den Marxisten unterliegt es keinem Zweifel, dass eine Revolution ohne revolutionäre Situation unmöglich ist, wobei nicht jede revolutionäre Situation zur Revolution führt. Welches sind, allgemein gesprochen, die Merkmale einer revolutionären Situation? Wir gehen sicherlich nicht fehl, wenn wir folgende drei Hauptmerkmale anführen: 1. Für die herrschenden Klassen ist es unmöglich, ihre Herrschaft unverändert aufrechtzuerhalten; die eine oder andere Krise der "oberen Schichten" eine Krise der Politik der herrschenden Klasse, die einen Riss entstehen lässt, durch den sich die Unzufriedenheit und Empörung der unterdrückten Klassen Bahn bricht. Damit es zur Revolution kommt, genügt es in der Regel nicht, dass die "unteren Schichten" in der alten Weise "nicht leben wollen", es ist noch erforderlich, dass die "oberen Schichten in der alten Weise "nicht leben können" 2. Die Not und das Elend der unterdrückten Klassen verschärfen sich über das gewöhnliche Maß hinaus. 3. Infolge der erwähnten Ursachen steigen sich erheblich die Aktivität der Massen, die sich in der "friedlichen" Epoche ruhig ausplündern lassen, in stürmischen Zeiten dagegen sowohl durch die ganze Krisensituation als auch durch die "oberen Schichten" selbst zu selbständigem historischem Handeln gedrängt werden.«
Lenin: "Der Zusammenbruch der II. Internationale", LW 21, S. 206

„Allein die Bewegung im Ganzen geht nicht bloß nach der Richtung vom ökonomischen zum politischen Kampf, sondern auch umgekehrt. Jede von den großen politischen Mas­senaktionen schlägt, nachdem sie ihren politischen Höhepunkt erreicht hat, in einen ganzen Wust ökonomischer Streiks um. Und dies bezieht sich wieder nicht bloß auf jeden einzelnen von den großen Massenstreiks, sondern auch auf die Revolu­tion im ganzen. Mit der Verbreitung, Klärung und Potenzie­rung des politischen Kampfes tritt nicht bloß der ökonomische Kampf nicht zurück, sondern er verbreitert sich, organisiert sich und potenziert sich seinerseits im gleichen Schritt. Es be­steht zwischen beiden eine völlige Wechselwirkung.“
Rosa Luxemburg, Ausgewählte Reden und Schriften, Berlin 1955, Band 1, S, 201/202

»Der Kapitalismus in den entwickelten Länder breitet sich nicht mehr aus und so passen die Worte des Übergansprogramms von 1938 wieder zur Wirklichkeit, in der von "systematischen Sozialreformen oder von einer Hebung des Lebensstandards der Massen überhaupt keine Rede mehr sein kann. Die klassische Theorie der permanenten Revolution, wie sie von Trotzki entwickelt wurde, steht wieder auf der Tagesordnung, wie die indonesische Revolution von 1998 zeigt.«
Tony Cliff: "Die Ursprünge der Internationalen Sozialisten", S. 91

„Je tiefer die allgemeine Krise, um so häufiger geraten die unterschiedlichen Fraktionen der herrschenden Klasse un­tereinander in Streitigkeiten. Je tiefer die Krise und je größer die allgemeine Feindschaft der Massen des Volkes dem Regi­me gegenüber, desto schärfer sind die Risse und Konflikte, in­nerhalb der herrschenden Klasse.
Tony Cliff „Portugal vor der Entscheidung“, S. 25

 „Aber die Prols, wenn sie sich nur irgendwie über ihre Stärke bewusst wären, würden sie keinen Grund haben sich zu verschwören. Sie müssten nur aufstehen und sich schütteln, wie ein Pferd welches die Fliegen abschüttelt. Wenn sie es wollten, dann könnten sie die Partei schon morgen Früh in Stücke sprengen. Sicherlich, früher oder später, muss es ihnen bewusst werden es zu tun.“
George Orwell, 1984

Russische Revolution 1917

»Die Revolution beginnt diesmal im Osten, wo das bisher unverletzte Bollwerk und die Reservearmee der Konterrevolution.«
Karl Marx: "Brief an Sorge", MEW Bd.  34, S. 296

»Als im Juni [1917] ein allrussischer Sowjetkongress zusammentrat - ein erster Versuch, eine zentrale Sowjetorganisation mit einem ständigen Exekutivkomitee zu schaffen - entfielen von insgesamt mehr als 800 Delegierten 285 auf die SR, 248 auf die Menschewiken und nur 105 auf die Bolschewiken.«
E.H. Carr: "Die Russische Revolution", Stuttgart 1980, S. 12

»Die Bolschewiken hatten jetzt [25. Oktober 1917] eine Mehrheit  - 399 von insgesamt 649 Delegierten - und nahmen das weitere Vorgehen in die Hand.«
E.H. Carr: "Die Russische Revolution", Stuttgart 1980, S. 13

»Vom Februar bis zum Oktober [1917] hatten sowohl die Provisorische Regierung wie auch die Sowjets  eine Verfassungsgebende Versammlung gefordert - als das herkömmliche demokratische Verfahren für den Entwurf einer neuen Verfassung -, und als Datum für die Wahl war der 12. November bestimmt worden. Lenin wollte sie nicht absagen oder fühlte sich hierfür nicht stark genug. Wie bei einem vorherrschend ländlichen Wählervolk nicht anders zu erwarten, brachte die Abstimmung der SR die absolute Mehrheit - 267 von insgesamt 520 Abgeordneten, die Bolschewiki hatten 161, während der Rest auf eine große Zahl von Splittergruppen entfiel.«
E.H. Carr: "Die Russische Revolution", Stuttgart 1980, S. 14

»Die Oktoberrevolution ist Teil unsere Geschichte. Sie ist auch unsere Zukunft. Wir sollten sie nicht leichtfertig aufgeben.«
John Rees: "Oktober 1917", Ffm., S. 116

Militarisierung der Gewerkschaften

»Trotzki, der von den Erfahrungen des Bürgerkrieges beeindruckt war und von Bucharin nach einigen Zögern unterstützt wurde, unterbreite nochmals seinen Plan [Parteikongress März 1921], die Gewerkschaften in  "Produktionsverbände" zu verwandeln und zu einem Bestandteil des "Apparates des Arbeiterstaates" zu machen.«
E.H. Carr: "Die Russische Revolution", Stuttgart 1980, S. 39

NEP

»Als Lenin auf dem zehnten Parteitag sagte, daß die NEP "ernsthaft und auf lange Zeit" beabsichtigt sei (jedoch in Beantwortung einer Frage hinzufügte, daß 25 Jahre eine "zu pessimistische" Schätzung seien), gab er Anhaltspunkte sowohl für die Ansicht, daß sie eine wünschenswerte und notwendige Korrektur der Irrtümer des Kriegskommunismus sei, wie auch für die Ansicht, daß sie in Zukunft korrigiert und ersetzt werden müsse.«
E.H. Carr: "Die Russische Revolution", Stuttgart 1980, S. 42

Verbot anderer Parteien
»Am 14. Juni 1918 wurde die rechte SR und die Menschewiken aufgrund ihres Zusammengehens mit "notorischen Konterreolutionären" verboten ... Das Verbot der Menschewiken wurde im November 1918, das der SR im Februar 1919 aufgehoben, und Delegierte der Menschewiki und der SR sprachen auf den Sitzungen des Allrussischen Sowjetkongresses 1919 und 1920, wenngleich anschenend ohne Stimmrecht.«
E.H. Carr: "Die Russische Revolution", Stuttgart 1980, S. 40/41

»Dass in der Staatswirtschaft der UdSSR trotz ihrer Armut der Achtstun­dentag streng eingehalten wird und jedes Jahr in größerem Umfang Maß­nahmen zum Schutz der Arbeit eingeführt werden, ist ebenso nur deshalb möglich, weil die Arbeiterklasse Herr über die Produktion ist. Beim gegenwärtigen Produktionsumfang wäre alles, was hieran erinnert, für ein kapitalistisches System völlig unmöglich.«
Evgenij A. Preobraženskij: "Die Neue Ökonomik", Berlin, 1973, S. 157

 »in unserem Land war diese Eroberung so teuer, dass die Akkumulation auf der Produktionsbasis nicht sofort beginnen konnte.«
Preobaženski, „Die neue Ökonomik“, S. 148

Der Reifegrad der alten Gesellschaft

»Es ist das Schlimmste, was dem Führer einer extremen Partei widerfahren kann, wenn er gezwungen wird, in einer Epoche die Regierung zu übernehmen, wo die Bewegung noch nicht reif ist für die Herrschaft dieser Klasse, die er vertritt, und für die Durchführung der Maßregeln, die die Herrschaft dieser Klasse erfordert ... Er findet sich notwendigerweise in einem unlösbaren Dilemma: was er tun kann, widerspricht seinem ganzen bisherigen Auftreten, seinen Prinzipien und den unmittelbaren Interessen seiner Partei, und was er tun soll, ist nicht durchzuführen. Er ist, mit einem Wort, gezwungen, nicht seine Partei, seine Klasse, sondern die Klasse zu vertreten, für deren Herrschaft die Bewegung gerade reif ist. Er muß im Interesse der Bewegung selbst die Interessen einer ihm fremden Klasse durchführen und seine eigene Klasse mit Phrasen und Versprechungen, mit der Beteuerung abfertigen, daß die Interessen jener fremden Klasse ihre eigenen sind. Wer in diese schiefe Stellung gerät, ist unrettbar verloren.«
F. Engels: "Der deutsche Bauernkrieg", MEW 7, Berlin 1960, S. 400.

2. Rosa Luxemburg wird noch klarer:
In ihrer Schrift „Sozialreform oder Revolution?“ äußert sie sich ganz unmissverständlich:
„Ohne Zusammenbruch des Kapitalismus ist die Expropriation der Kapitalistenklasse unmöglich“
Rosa Luxemburg, Sozialreform oder Revolution, S. 42

Sie zeigt aber auch in der Antikritik, dass dieser Reifungsgrad schon in der  Schlussphase  des  Kapitalismus, dem Imperialismus, nach der Verengung der Märkte ganz schnell kommen werde:
„Schon die Tendenz zu diesem Endziel  der  kapitalistischen  Entwicklung  äußert  sich  in  Formen,  die  die Schlussphase  des  Kapitalismus  zu  einer  Periode  der  Katastrophen  gestalten.“
Rosa Luxemburg: Antikritik, S. 361, nach Tony Cliff „Staatskapitalismus“

Sie sagt also, dass dieser Zusammenbuch schon vor dem rechnerischen Ende mit Katastrophen kommt. Und dieses rechnerische Ende ist jetzt, wo nach Adam Riese die durchschnittliche Profitrate in der Produktion schon weit unter dem Finanzmarktzins gefallen ist.

Ihr Biograph Paul Fröhlich zitiert aus dem Gedächtnis ihre immer „wiederholte Betonung der Schlussphase“:

»Verschiedene der Kritiker, und besonders Bucharin, glaubten, einen wirksamen Trumpf gegen Rosa Luxemburg auszuspielen, indem sie auf die gewaltigen Möglichkeiten der kapitalistischen Ausbreitung in den nichtkapitalistischen Raum hinwies. Die Schöpferin der Akkumulationstheorie hat diesem Argument bereits die Spitze abgebrochen durch die wiederholte Betonung, der Kapitalismus müsse in Todeszuckungen geraten, längst bevor die ihm immanente Tendenz auf Erweiterung des Marktes auf die objektive Schranke gestoßen sei,«
Paul Frölich: "Rosa Luxemburg, Gedanke und Tat", Frankfurt 1967, S. 198

»Je gewalttätiger das Kapital vermittelst des Militarismus draußen in der Welt wie bei sich daheim mit der Existenz nichtkapitalistischer Schichten aufräumt und die Existenzbedingungen aller arbeitenden Schichten herabdrückt, um so mehr verwandelt sich die Tagesgeschichte der Kapitalakkumulation auf der Weltbühne in eine fortlaufende Kettepolitischer und sozialer Katastrophen und Konvulsionen, die zusammen mit den periodischen wirtschaftlichen Katastrophen in Gestalt der Krisen die Fortsetzung der Akkumulation zur Unmöglichkeit, die Rebellion der internationalen Arbeiterklasse gegen die Kapitalsherrschaft zur Notwendigkeit machen werden, selbst ehe sie noch ökonomisch auf ihre natürliche selbstgeschaffene Schranke gestoßen ist.«
Rosa Luxemburg: „Die Akkumulation des Kapitals”, S. 410

Sozialismus

In seiner Einleitung zur Schrift von Marx Der Bürgerkrieg in Frankreich“ 18.3.91 stellte Engels klar,  was Marx mit „brüderlicher Vereinigung“ meinte. „Der deutsche Philister ist neuerdings wieder in heilsamen Schrecken geraten bei dem Wort: Diktatur des Proletariats. Nun gut, ihr Herren, wollt ihr wissen, wie diese Diktatur aussieht? Seht Euch die Pariser Kommune an, das war die Diktatur des Proletariats“ (S. 24)

Karl Marx:
„1. Die Kommune bildete sich aus den durch allgemeines Stimmrecht in den verschiedenen Bezirken von Paris gewählten Stadträten. Sie waren verantwortlich und jederzeit absetzbar. Ihre Mehrzahl bestand selbstredend aus Arbeitern oder anerkannten Vertretern der Arbeiterklasse…
2. Von den Mitgliedern der Kommune an abwärts, muss der öffentliche Dienst für Arbeiterlohn besorgt werden…
3. Die Abgeordneten sollten jederzeit absetzbar und an die bestimmten Instruktionen ihrer Wähler gebunden sein…

Jawohl, meine Herren, die Kommune wollte jenes Klasseneigentum abschaffen, das die Arbeit der vielen in den Reichtum der wenigen verwandelt. Sie beabsichtigte die Enteignung der Enteigner.“

Karl Marx: Der Bürgerkrieg in Frankreich“, III. Teil, S. 7

"Karl Marx war also ein Basisdemokrat, mit "Diktatur des Proletariats" meinte er nur die Enteignung des Kapitals und dass sie politisch nicht mehr entscheiden dürfen, aber innerhalb der Arbeiterklasse ganz klar Basisdemokratie.

Wenn also die Moskau- und Mao-Stalinisten, die Regierung und die bürgerlichen Medien etwas anderes von Diktatur erzählen, dann ist das gelogen und sie wollen Euch austricksen. Alle kleinbürgerlichen Stalinisten wie DKP und KPD/ML wollen nur die Kleinbürger an die Macht putschen, nicht die Arbeiterklasse. Deshalb sagt Marx auch "Die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur das Werk der Arbeiter selber sein.

Wenn Lenin in Moskau vorubergehend 1919 die Wahlen in den Arbeiterräten nur aussetzte, dann deshalb, weil es nur noch 2,5% Arbeiter gab (wie in Afghanistan), und ohne Arbeiter geht kein Arbeiterrat. Er wollte aber so schnell wie möglich wieder zurück zur Demokratie"
Norbert Nelte 7.9.2016

Die 3 Prinzipien des Arbeiterrates

  1. Nicht mehr als ein Facharbeiterlohn
  2. Jederzeitige Abwählbarkeit
  3. Imperatives Mandat, an die Beschlüsse der Basis gebunden.

 

SPD

Der Reformismus solle sich nun endgültig vom Marxismus (Lafontaine nennt ihn »etatistische Tradition des Hegelianismus«) verabschieden, um stattdessen »die emanzipativen Anstöße, die aus der Gesellschaft kommen, aufzugreifen und politisch umzusetzen«.
Oskar Lafontaine

»Wie in der gesamten Arbeiterewegung liefen auch in der deutschen von Anfang an radikale und reformistische Anschauungen nebeneinander her. Aber die deutsche Sozialdemokratie war eine Partei besonderen Typs. Sie entstand anderthalb Jahrzehnte nach der halben Revolution  von 1848, war darum ohne jede revolutionäre Erfahrung. Ihre ganze Tätigkeit richtete sich auf die Erringung der bürgerlichen Reformen, die von der bürgerlichen Opposition preisgegeben waren; und diese Praxis bestimmte stärker ihr Wesen als ihr sozialistisches Glaubensbekenntnis. Zugleich aber hatte sie es mit einem halbabsolutistischen Staate zu tun, dem demokratische Formen nur äußerlich aufgesetz waren und der die Arbeiterbewegung mit brutalen Polizeimitteln verfolgte. Zu ihm stand die Sozialdemokratie in einem unüberbrückbaren Gegensatz. Ihr politischer Kampf richtete sich jedoch mehr gegen das Junkertum als gegen die Bourgeoisie. Schließlich strömten ihr zahreiche radikal-bürgerliche Elemente zu, die in den bürgerlichen Parteien keine Wirkungsmöglichkeit fanden und den Reformismus in der Sozialdemokratie stärkten. Diese wderspruchsvolle Situation bestimmte den Charakter der Partei radikal in der Art ihres politischen Auftretens, war sie reformistisch in ihrem Wesen. Mit der Zeit wurde ihr Radikalalmus entschiedener. Das Sozialistengesetz hatte den Gegensatz zum bestehenden Staat vertieft, und immer mehr setzten sich marxistische Gedanken in ihr durch - soweit die Gesamtsituation dies erlauben, d.h. ohne Verständnis für das revolutionäre Wesen der Marxschen Auffassung. Eine Existenzbedingung war der Partei gestellt: da unter den politischen Verhältnissen jede Verständigung mit dem Staat die Kapitulation bedeutet hätte, mußte sie ihren Charakter als radikale Oppositionspartei wahren. Deshalb wachte sie eifrig darüber, nicht durch offene Bekenntnisse zum Reformismus kompromittiert zu werden.«
Paul Frölich: "Rosa Luxemburg, Gedanke und Tat", Frankfurt 1967, S. 65

»...als der Mannheimer Parteitag (1906) den Kölner Gewerkschaftsbeschluss (von 1905) anerkannte, durch den die Arbeiterschaft davor gewarnt wurde, sich durch die Aufnahme und Verbreitung des Gedankens revolutionärer Massenaktionen von der täglichen Kleinarbeit abhalten zu lassen
Kurt Mandelbaum: "Sozialdemokratie und Leninismus", Berlin 1974, S. 6

Zum Erfurter Programm 1891

»Eine solche Politik kann nur die eigene Partei auf die Dauer irreführen. Man schiebt allgemeine, abstrakte politische Fragen in den Vordergrund und verdeckt dadurch die nächsten konkreten Fragen, die Fragen, die bei den ersten großen Ereignissen, bei der ersten politischen Krise sich selbst auf die Tagesordnung setzen. Was kann dabei herauskommen, als daß die Partei plötzlich, im entscheidenden Moment, ratlos ist, daß über die einschneidensten Punkte. Unklarheit und Uneinigkeit herrscht, weil diese Punkte nie diskutiert worden sind....
Welches sind nun diese kitzeligen, aber sehr wesentlichen Punkte?
Erstens. Wenn etwas feststeht, so ist es dies, daß unsere Partei und die Arbeiterklasse nur zur Herrschaft kommen kann unter der Form der demokratischen Republik. Diese ist sogar die spezifische Form für die Diktatur des Proletariats... Aber das Faktum, daß man nicht einmal ein offen republikanisches Parteiprogramm in Deutschland aufstellen darf, beweist, wie kolossal die Illusion ist, als könne man dort auf gemütlich-friedlichem Weg die Republik einrichten, und nicht nur die Republik, sondern die kommunistische Gesellschaft.«
Friedrich Engels: "Zur Kritik des sozialdemokratischen Programmentwurfs 1891", MEW, Bd. 22, S. 234/235

»Die praktischen Forderungen haben allerlei Haken, manche sehn - auf heutige Verhältnisse angewandt - spießbürgerlich aus ... «
Friedrich Engels: "Brief an Kautsky. 31.12.1891". MEW, Bd. 38. S. 234

»Die Sozialdemokratische Partei war zur Zeit ihres Entstehens eine revolutionäre Partei, die den politischen, ökonomischen und ideologischen Kampf der Arbeiterklasse auf der Grundlage eines marxistischen Programms führte. (Erfurter Programm)«
Dietz-Verlag: "Kleines politisches Wörterbuch", S. 797

Zentrismus bei Kautsky
»Und doch kann sich die "direkte Aktion" der Gewerkschaften nur als Ergänzung und Verstärkung, nicht als Ersetzung der parlamentarischen Tätigkeit der Arbeiterparteien zweckmäßig betätigen.«
Karl Kautsky: "Der Weg zur Macht" 1909, Ffm. 1972, S. 87

»Der eine Grund, warum die kommenden revolutionären Kämpfe seltener durch militärische Mittel ausgefochten werden dürften, liegt, und das ist schon des öfteren ausgeführt worden, in der kolossalen Überlegenheit der Bewaffnung der heutigen staatlichen Armeen über die Waffen, die dem "Zivil" zu Gebote stehen und die jeden Widerstand des letzteren in der Regel von vornherein aussichtlos machen.
Dagegen stehen heute den revolutionären Schichten bessere Waffen des ökonomischen, politischen und moralischen Widerstandes zu Gebote, als denen des achtzehnten Jahrhunderts. Nur Russland macht davon eine Ausnahme.«
Karl Kautsky: "Der Weg zur Macht" 190, Ffm. 1972, S. 53

»Ist also die Revolution als Folge eines Krieges  nur eine unter vielen Möglichkeiten, so ist sie als Folge des Klassenkampfes eine Unvermeidlichkeit«
Karl Kautsky: "Der Weg zur Macht" 1909, Ffm. 1972, S. 30

»...so wie die stete Ausbreitung des Kapitalismus notwendigerweise und unaufhaltsam vor sich gehe, sei auch die schließliche Gegenwirkung gegen diese Ausbreitung, die proletarische Revolution, unvermeidlich und unaufhaltsam.«
Karl Kautsky: "Der Weg zur Macht", Ffm. 1972, S. 16

»Ist die gewerkschaftliche Organisation in einer Branche und einer Gegend einmal allgemein geworden, dann holt sie bald aus den Unternehmungen für die Arbeiter alles heraus, was durch die einfache Kraft der gewerkschaftlichen Organisation herauszuholen ist. Alle weiteren Fortschritte über dieses Stadium hinaus hängen von zahlreichen Umständen ab, die sich nicht im voraus berechnen lassen; im allgemeinen aber wird der Fortschritt durch rein gewerkschaftliche Methoden nach einer längeren Dauer der gewerkschaftlichen Organisation die Tendenz haben, sich zu verlangsamen.«
Karl Kautsky: "Der Weg zur Macht", Ffm. 1972, S. 10

»Das Versagen der Internationale beim Kriegsausbruch rechtfertigte Kautsky mit dem Argument, sie sei eine "Instrument des Friedens", das im Krieg  jede Funktion verliere.«
Georg Fülberth: Vorwort zu Karl Kautsky: "Der Weg zur Macht", Ffm. 1972, S. XVI

Nicht-Wille bei der SPD

»Gestellt  vor die größte historische Probe, die sie [die Sozialdemokratie] obendrein mit der Sicherheit eines Naturforschers vorausgesehen und in allen wesentlichen Punkten vorausgesagt hatte, versagte ihr völlig das zweite Lebenselement der Arbeiterbewegung: der tatkräftige Wille um die Geschichte nicht bloß zu verstehen, sondern auch zu machen.«
Rosa Luxemburg: "Ausgewählte Reden und Schriften", Berlin 1951, Bd. II., S. 530f.

»Von der Krise, in die alle sonstigen Zweige der alten Internationalen dadurch geraten waren, daß sie sich zu nationalen Arbeiterparteien entwickelten, blieb die deutsche Sozialdemokratie verschont, dank dem Umstande, dass sie sich von vornherein in nationalem Rahmen entwickelt hatte....
Es wirft nun aber das letzte und stärkste Licht auf die Ursachen, die den Niedergang der alten Internationalen verschuldet hatten, dass Marx und Engels, die leitenden Köpfe ihres Generalrats, sich selbst mit derjenigen aufblühenden Arbeiterpartei, die ihnen ihrer Abstammung noch am vertrautesten sein musste und ihren theoretischen Anschauungen am nächsten stand, doch nur schwer verständigen konnten«
Franz Mehring: "Karl Marx", Berlin 1964, S. 510

»Gleichwohl nahm er [Marx] an, dass die realistische Auffasssung, die der Partei so mühevoll beigebracht worden sei, aber nun auch Wurzeln geschlagen habe, von der Sekte der Lassalleaner durch ideologischen Rechts- und andere, den Demokraten und französischen Sozialisten geläufige Flausen weggeschwemmt werden solle.
Darin irrte Marx gänzlich. In theoretischen Fragen standen beide Fraktionen ziemlich auf gleicher Stufe, oder wenn ein Unterschied bestand, so waren die Lassalleaner einigermaßen im Vorsprung. .. dem wissenschaftlichen Sozialismus, wie ihn Marx und Engels begründet hatten, standen beide Seiten noch fern..
Sutzig hätte sie freilich machen können, dass die ihnen ärgerlichen Dinge viel mehr von den ehemaligen Eisenachern ausgingen als von den ehemaligen Lassaleanern, von denen Engels gelegentlich meinte, sie würden bald die klarsten Köpfe sein.«
Franz Mehring: "Karl Marx", Berlin 1964, S. 513

»Die Politik der Führung der SPD war um diese Zeit [1900] auch schon bestrebt, "salonfähig" zu werden. Führende Parteileute strebten beinahe um jeden Preis nach kommunalen und staatlichen Ämtern.«
Karl Retzlaw: "Spartacus", Ffm. 1976, S. 24

Verbrechen und Sozialdemokraten

»Diese Entwicklung gipfelte in seinem jüngsten Buch in einer beredten Anklage gegen die tatsächliche Verfilzung von Unterwelt und Staatsorganen (einschließlich der Justiz) in der südfranzösischen Region Nizza: "Ich klage an". Dieses Werk wurde in Frankreich von der "sozialistischen" Regierung Mitterand und Mauroy verboten.«
Ernest Mandel: "Ein schnöder Mord, Sozialgeschichte des Kriminalromans", Ffm., 1987, S. 133

Seite 788 250. Fußnote

24. Kapitel Sogenannte Ursprüngliche Akkumulation

Wenn das Geld, nach Augier, "mit natürlichen Blutflecken auf einer Backe zur Welt kommt" (249) so das Kapital von Kopf bis Zeh, aus allen Poren, blut- und schmutztriefend (250)

  1. »Kapital«, sagt der Quarterly Reviewer, »flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit eprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden, 20 Prozent, es wird lebhaft, 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel.« (T.J. Dunning, 1.c. p.35, 36.)

Kapital 1, Fußnote 1346

Staat

»Die Allmacht des "Reichtums" ist in der demokratischen Republik deshalb sicherer, weil sie nicht von einzelnen Mängeln des politischen Mechanismus, von einer schlechten politischen Hülle des Kapitalismus abhängig ist. Die demokratische Republik ist die denkbar beste politische Hülle des Kapitalismus, und daher begründet das Kapital, nachdem es (durch die Paltschinski, Tschernow, Zereteli und Co.) von dieser besten Hülle Besitz ergriffen hat, seine Macht derart zuverlässig, derart sicher, dass kein Wechsel, weder der Personen noch der Institutionen noch der Parteien der bürgerlich-demokratischen Republik, diese Macht erschüttern kann.«
Lenin: Staat und Revolution, GW 25, S. 405

»Die Organisierung der Industrie in Reichsgruppen und Zwangskartellen und - vor allem seit 1936 - die dirigistischen Maßnahmen des Staates stärkten die Position der industriellen Großkonzerne. (Sohn-Rethel: "Unternehmerfunktion des Staates" - im entwickelten Faschismus - "für das von seiner Existenz bedrohte Monopolkapital")«
Peter Brandt: "Antifaschismus und Arbeiterbewegung", Hamburg 1976, S. 26 mit Fußnote

Staatskapitalismus

»Aber weder die Verwandlung in Aktiengesellschaften noch die in Staatseigentum, hebt die Kapitaleigenschaft der Produktivkräfte auf.«
Friedrich Engels: "Anti-Dühring", MEW Bd. 20, S. 260

»Die Kontrolle über die Kapitalisten ist aber unmöglich, wenn sie bürokratisch bleibt, denn die Bürokratie ist selbst durch tausend Fäden mit der Bourgeoisie verbunden und verflochten«
W.I. Lenin: "Die drohende Katastrophe und wie man sie bekämpfen soll", Werke Bd. 25, Berlin 1972, S. 365

»Ich sage, muß. Denn nur in dem Falle, dass die Produktions- oder Verkehrsmittel der Leitung durch Aktiengesellschaften wirklich entwachsen sind, daß also die Verstaatlichung ökonomisch unabweisbar geworden, nur in diesem Falle bedeutet sie, auch wenn der heutige Staat sie vollzieht, einen ökonomischen Fortschritt, die Erreichung einer neuen Vorstufe zur Besitzergreifung aller Produktivkräfte durch die Gesellschaft selbst. Es ist aber neuerdings, seit Bismarck sich aufs Verstaatlichen geworfen, ein gewisser falscher Sozialismus aufgetreten und hie und da sogar in einige Wohldienerei ausgeartet, jede Verstaatlichung, selbst die Bismarcksche, ohne weiteres für sozialistisch erklärt. Allerdings wäre die Verstaatlichung des Tabaks sozialistisch, so zählten Napoleon und Metternich mit unter den Gründern des Sozialismus. Wenn der belgische Staat aus ganz alltäglichen politischen und finanziellen Gründen seine Haupteisenbahnen selbst baute, wenn Bismarck ohne jede ökonomische Notwendigkeit die Hauptbahnlinien Preußens verstaatlichte, einfach, um sie für den Kriegsfall besser einrichten und ausnützen zu können, um die Eisenbahnbeamten zu Regierungsstimmvieh zu erziehn und hauptsächlich, um sich eine neue, von Parlamentsbeschlüssen unabhängige Einkommensquelle zu verschaffen - so waren das keineswegs sozialistische Schritte, direkt oder indirekt, bewusst oder unbewusst. Sonst wären auch die königliche Seehandlung*, die königliche Porzellanmanufaktur und sogar der Kompanieschneider beim Militär sozialistische Einrichtungen oder gar die unter Friedrich Wilhelm III. in den dreißiger Jahren alles Ernstes von einem Schlaumeier vorgeschlagene Verstaatlichung der - Bordelle.«
Friedrich Engels: "Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft", MEW Bd. 19, S. 221 Fußnote, (IS-Broschüre), S. 29

Sozialismus in einem Lande

»Sollte das aber bedeuten, dass "das revolutionäre Russland sich nicht gegen das konservative Europa behaupten" und in der UdSSR ein sozialistisches Regime errichten könne? Stalins Antwort war ein lautes und deutliches Nein... Sie [Die Theorie des "Sozialismus in einem Lande] verzichtete auf die vergebliche Hoffnungen auf eine Hilfe von draußen. Sie schmeichelte dem Nationalstolz, indem sie die Revolution als eine spezifisch russische Errungenschaft hinstellte und den Aufbau des Sozialismus als eine hehre Aufgabe, mit deren Erfüllung das russische Proletariat der Welt ein Beispiel geben würde. Bisher hatte die Abhängigkeit der Aussichten des Sozialismus in Russland von einer Revolution in anderen Ländern eine bevorzugte Rolle in der Parteidoktrin gespielt.«
E.H. Carr: "Die Russische Revolution", Stuttgart 1980, S. 76/77

»Die Doktrin vom Sozialismus in einem Lande leistete, was auch immer die Absichten ihrer Verkünder waren, der Förderung der Schwerindustrie als einer der Voraussetzungen der Autarkie Vorschub.«
E.H. Carr: "Die Russische Revolution", Stuttgart 1980, S. 78

»Die Gleichsetzung von Planung mit Industrialisierung war von Anfang an offenkundig. Beweggrund und Triebfeder war das Bestreben, die sowjetische Industrie weiterzuentwickeln, den Westen einzuholen, die UdSSR autark zu machen und in die Lage zu versetzen, der kapitalistischen Welt gleichberechtigt gegenübertreten zu können. Eine Industrie, die derjenigen der westlichen Welt vergleichbar wäre, mußte erst noch geschaffen werden. Der Parteikongreß vom Dezember 1925 nahm ohne jede weitere Frage den Grundsatz vom Vorrang der Produktion von "Produktionsmitteln" gegenüber der Produktion von Konsumgütern an.«
E.H. Carr: "Die Russische Revolution", Stuttgart 1980, S. 109/110

Die Bedeutung der Frage, ob in Russland eine schleichende Konterrevolution stattgefunden haben kann

»Während der Debatte [zwischen Cliff und der Vierten Internationale] standen zwei Prinzipien zur Diskussion:
Prinzip 1: Eine gewaltsame proletarische Revolution ist eine notwendige Voraussetzung für die Etablierung eines Arbeiterstaates.
Prinzip 2: Eine gewaltsame antiproletarische Revolution ist eine notwendige Voraussetzung für die Auflösu ng eines Arbeiterstaats.
Diese beiden Prinzipien wurden ursprünglich als Entsprechungen aufgefasst und waren zusammen Teil der trotzkistischen Orthodoxie. ...
Der Vierten Internationale gelang es ..., den politischen Kern ihrer Theorie (die Sowjetunion ist immer noch ein Arbeiterstaat) zu schützen, indem sie Prinzip 1 opferte [- weil die Ostblockstaaten nicht aus einer proletarischen Revolution entstanden sind]. Für Cliff wog Prinzip 1 jedoch schwerer als der politische Kern der alten trotzkistischen Beweisführung. Seine Behauptung von Prinzip 1 veranlasste ihn jedoch zur Opferung von Prinzip 2 und zur Formulierung eines neuen politischen Kerns (‘die Sowjetunion im Jahre 1950 ist staatskapitalistisch’ ...).«
Marcel van der Linden: "Von der Oktoberrevolution zur Perestroika. Der westliche Marxismus und die Sowjetunion", Frankfurt a.M. 1992, S. 223, f.

Trotzki über die Unmöglichkeit einer schleichenden Konterrevolution

»Die Marx’sche These vom katastrophenartigen Charakter des Machtwechsels von einer Klasse zur anderen trifft nicht nur für revolutionäre Perioden zu, wenn die Geschichte wild voranstürmt, sondern auch für kontrrevolutionäre Perioden, in denen sich die Gesellschaft zurückentwickelt. Wer behauptet, die Sowjetregierung habe sich allmählich aus einer proletarischen in eine kapitalistische Macht verwandelt, spult den Film des Reformismus gewissermaßen nur rückwärts ab.«
Leo Trotzki: "Fourth International and the Soviet Union", Die von der Vierten Internationale auf ihrem ersten Kongreß angenommenen Thesen, Genf, Juli 1936

Cliff über die Möglichkeit einer schleichenden Konterrevolution
»Ein Staat ohne Bürokratie oder mit einer schwachen Bürokratie, die vom Willen der Massen abhängig ist, kann sich allmählich in einen Staat verwandeln, in dem die Bürokratie von jeder Arbeiterkontrolle befreit ist. Die Moskauer Prozesse waren der Bürgerkrieg der Bürokratie gegen die Massen, ein Krieg, in dem nur eine Seite und organisiert war.«
Tony Cliff: “Staatskapitalismus in Rußland”, Frankfurt a.M. 1975, S. 167, f

»Die Bürokratie und das stehende Heer hindern also die Arbeiter daran, auf friedlichem Wege an die Macht zu kommen. Aber der Arbeiterstaat hat weder eine Bürokratie noch ein stehendes Heer. Deshalb kann ein friedlicher Übergang von einem Arbeiterstaat, der derartige Institutionen nicht kennt, in ein staatskapitalistisches Regime, das das sie sehr wohl kennt, erfolgen.«
Tony Cliff: "Staatskapitalismus in Rußland", Frankfurt a.M. 1975, S. 167

»Das russische Proletariat war nicht stark genug, um die Kontrolle über die Produktion zu behalten und wurde von der Bürokratie enteignet...
Das russische Proletariat war nicht stark genug, eine höchst antagonistische Verteilung des gesellschaftlichen Arbeitsprodukts zu verhindern; es war nicht stark genug, die brutale Senkung des Lebensstandards, die Abschaffung seiner elementarsten Rechte und die Verurteilung von Millionen Arbeitern zu sibirischer Sklavenarbeit zu verhindern...«
Tony Cliff: "Staatskapitalismus in Rußland", Frankfurt a.M. 1975, S. 186

»Es war also die ‘alte Garde’ und nicht eine selbstbewußte und eigenständig handelnde Arbeiterklasse, die die Tradition der Revolution hütete und ihre Umsetzung in sozialistische Politik sicherstellte. Daher war die Niederlage der ‘alten Garde’ gleichbedeutend mit der Niederlage der Revolution.«
Chris Harman: "Der Staatskapitalistische Block", in Tony Cliff: "Staatskapitalismus in Rußland", Frankfurt a.M. 1975, S. 255

Sk-DDR

Auflösung der Antifa-Komitees

»Die spotan geschaffenen KPD-Büros, die Volksausschüsse, die Komitees der Bewegung "Freies Deutschland" und die Ausschüsse der Leute des 20. Juli, die vorher illegal arbeiteten,, treten jetzt offen auf. Wir haben diese Büros geschlossen und den Genossen klargemacht, daß jetzt alle Kräfte auf die Arbeit in den Stadtverwaltungen konzentriert werden müssen.«
Aus einem Brief von Walter Ulbricht an Genossen Dimitroff nach
Wolfgang Leonard: "Die Revolution entläßt ihre Kinder", S. 483


Forderungen der KPD bei ihrer Neugründung:

»Es gab einige Überrschungen, als Ulbricht den Satz verlas:
Völlig ungehinderte Entfaltung des freien Handels und der privaten Unternehmerinitiative auf der Grundlage des Privateigentums.«
Wolfgang Leonard: "Die Revolution entläßt ihre Kinder", S. 485

Zur Neugründung der DDR

»Dagegen verfuhr Walter Ulbricht stets konsequent nach der Devise, die er im Mai 1945 bei einer Einsatzbesprechung seiner "Initiativgruppe" ausgab: Es muß demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.«
Wilfried  Loth: "Stalins ungeliebtes Kind", Berlin 1994, S. 42

»"Die politische Aufgabe", wurde den KPD-Kadern in Moskau vor ihrer Abreise nach Deutschland gesagt, "bestehe nicht darin, in Deutschland den Sozialismus zu verwirklichen oder eine sozialistische Entwicklung herbeiführen zu wollen...."«
Wilfried  Loth: "Stalins ungeliebtes Kind", Berlin 1994, S. 23

»Herrnstadt mahnte denn auch im Zentralkomittee: "Manche von uns würden [...] guttun, sich von der undialektischen Vorstellung freizumachen, das kommende enheitliche, demokratische Deutschland würde einfach eine vergrößerte Kopie der gegenwärtigen Deutschen Demokratischen Republik sein.«
Wilfried  Loth: "Stalins ungeliebtes Kind", Berlin 1994, S. 173

Interessen der UdSSR

»Auch wenn der Sowjetdiktator den pseudosozialistischen Separatstaat DDR nicht wollte - im Interesse der Sicherheit der Sowjetunion, ... nicht etwa wegen irgend welcher Schwächen für die deutsche Einheit.«
Wilfried  Loth: "Stalins ungeliebtes Kind", Berlin 1994, S. 227

»Shdanow begründete das Engagement der Sowjetunion für einen "dauerhaften demokratischen Frieden" ausschließlich innenpolitisch: Er sei eine wesentliche "Voraussetzung" für die "Durchführung des Aufbaus der kommunistischen Gesellschaft" in der Sowjetunion selbst.«
Wilfried  Loth: "Stalins ungeliebtes Kind", Berlin 1994, S. 114

SK- Komintern Auflösung

Die Auflösung der Komintern »erleichtert die Tätigkeit der Patrioten aller Länder in der Vereinigung aller freiheitsliebenden Völker in einem einheitlichen Lager zum Kampfe gegen die Gefahr einer Weltherrschaft des Hitlerismus und ebnet dadurch den Weg zur Organisierung einer zukünftigen Zusammenarbeit der Völker auf der Grundlage ihrer Gleichberechtigung.«
J. Stalin, 'Prawda', 30. Mai 1943, nach
Wolfgang Leonard: "Die Revolution entläßt ihre Kinder", S. 319


SK-Kominform Gründungskonferenz:

»Das Ziel aber blieb defensiv:  "Kampf gegen die Gefahr neuer Kriege und gegen die imperialistische Expansiona, die Festigung der Demokratie sowie die Ausrottung der Überbleibsel des Faschismus."«
Wilfried  Loth: "Stalins ungeliebtes Kind", Berlin 1994, S. 42

Zitate von Trotzki zu SK-Rußland

»Die Bürokratie hat nicht nur mit der Vergangenheit gebrochen, sondern auch die Fähigkeit eingebüßt, deren wichtigste Lehren zu begreifen. Die bedeutendste dieser Lehre ist: Die Sowjetmacht hätte keine zwölf Monate standgehalten, wären nicht die direkte Hilfe des internationalen, insbesondere des europäischen Proletariats und die revolutionäre Bewegung der Kolonialvölker gewesen. Ihren Angriff auf Sowjetrußland führte die österreichisch-deutsche Soldateska nur deswegen nicht zu Ende, weil sie in ihrem Rücken den glühenden Atem der Revolution verspürte. Knapp ein dreiviertel Jahr dauerte es, bis die Aufstände in Deutschland und Österreich-Ungarn dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk ein Ende bereiteten. Die Meuterei der französischen Matrosen im Schwarzen Meer vom April 1919 nötigte die Regierung der Dritten Republik, auf weitere Militäroperationen im Süden des Sowjetlandes zu verzichten. Die Regierung Großbritanniens zog im September 1919 unter dem unmittelbaren Druck der englischen Arbeiter ihre Expeditionstruppen aus dem Sowjetnorden zurück. Nach dem Rückzug der Roten Armee vor Warschau im Jahre 1920 hinderte nur eine machtvolle Welle revolutionärer Proteste die Entente, Polen zu Hilfe zu kommen, um so das Sowjetregime zu zerschmettern.«
Leo Trotzki: "Verratene Revolution", aus Schriften 1.2, Hamburg 1988, S. 882

Carr: ("A History of Soviet Rusia")
weist auch auf die Hilfe ausländischer Freiwilliger  in der Roten Armee hin, die auf 250.000 bis 300.000 Mann geschätzt wird. Nach dem Ausbruch der deutschen Novemberrevolution konnten die Kontributionszahlungen eingestellt werden. Im April 1919 mußte das französische  Expeditionskorps mit 40.000 Mann wegen Meuterei und im September 177.000 die britischen Expeditionstruppen wegen des unmittelbaren Drucks der englischen Arbeiter aus dem sowjetischen Norden zurückgezogen. werden.

»Aber je weiter die Entwicklung voranschreitet, um so mehr wird sich in der Wirtschaft das Problem der Qualität stellen, das der Bürokratie wie ein Schatten entgleitet. Die Sowjetproduktion scheint geprägt vom grauen Stempel der Indifferenz. In einer nationalisierten Wirtschaft sind die Demokratie des Produzenten und Konsumenten, Kritik- und Initiativfreiheit, d.h. Bedingungen, die mit einem totalitären Regime der Angst, der Lüge und der Kriecherei unvereinbar sind, die Voraussetzung für Qualität.«
Leo Trotzki: "Verratene Revolution", aus Schriften 1.2, Hamburg 1988, S. 976
In der Fußnote steht: Rabinowitz ("Arbeitszeit- und Arbeitslohnpolitik", S. 82)
schreibt, das Akkordlohnsystem habe zwar eine mengenmäßige Steigerung der Produktion ermöglicht, gleichzeitig sei aber »die Qualität des Produkts in beängstigender Form zurückgegangen«. In einem 'Prawda'-Artikel vom 21.5.1931 hieß es beispielsweise über die Produktion eines sowjetischen Musterbetriebs: »Leider läßt die Qualität der Stalingrader Traktoren zu wünschen übrig. Vor uns liegen zwei große Aktenstücke. Diese Aktenstücke sind Anklageschriften gegen die Metallarbeiter der Stalingrader Traktorenwerke.« Anschließend wurden eine Vielzahl von technischen Mängeln (lockere Schrauben und Nieten, undichte Kühler, Ventilfederbrüche, fehlendes Zubehör usw.) festgestellt. Dieser Bericht wurde in dem Artikel: "Stalingrader Traktoren arbeiten. Und die Abnehmer stöhnen" zitiert.


»Um den Charakter der heutigen UdSSR besser verstehen zu können, zeichnen wir zwei hypothetische Zukunftsvarianten. Stellen wir uns vor, die Sowjetbürokratie sei gestürzt von einer revolutionären Partei, die alle Eigenschaften des alten Bolschewismus besitzt, zugleich aber auch um die Welterfahrung der letzten Periode reicher ist. Eine solche Partei würde zunächst die Demokratie in Gewerkschaften und Sowjets wiederherstellen. Sie könnte und müßte den Sowjetparteien die Freiheit wiedergeben. Gemeinsam mit den Massen und an ihrer Spitze würde sie schonungslos den Staatsapparat säubern. Sie würde Titel und Orden, überhaupt alle Privilegien abschaffen und die Ungleichheit in der Entlohnung auf das Maß des für Wirtschaft und Staatsapparat Lebensnotwendigen beschränken. Sie würde der Jugend Gelegenheit geben, selbständig zu denken, zu lernen, zu kritisieren und sich zu formen. Sie würde entsprechend den Interessen und dem Willen der Arbeiter- und Bauernmassen tiefgehende Änderungen in der Verteilung des Volkseinkommens vornehmen. Doch was die Eigentumsverhältnisse anbelangt, so brauchte die neue Macht keine revolutionären Maßnahmen zu ergreifen. Sie würde das Planwirtschaftsexperiment fortsetzen und weiterentwickeln. Nach der politischen Revolution, d.h. nach der Niederringung der Bürokratie, hätte das Proletariat in der Wirtschaft eine Reihe wichtigster Reformen, doch keine neue soziale Revolution durchzuführen. Würde dagegen die herrschende Sowjetkaste von einer bürgerlichen Partei gestürzt, so fände letztere unter den heutigen Bürokraten, Administratoren, Technikern, Direktoren, Parteisekretären, überhaupt privilegierten Spitzen, nicht wenige willige Diener. Eine Säuberung des Staatsapparates wäre natürlich auch in diesem Falle erforderlich, doch brauchte die bürgerliche Restauration wahrscheinlich weniger Leute zu entfernen als eine revolutionäre Partei. Die Hauptaufgabe der neuen Staatsmacht wäre jedoch, das Privateigentum an den Produktionsmitteln wiederherzustellen ... Obwohl die Sowjetbürokratie einer Restauration gut vorgearbeitet hat, müßte das neue Regime auf dem Gebiete der Eigentumsformen und Wirtschaftsmethoden nicht Reformen, sondern eine soziale Umwälzung durchführen.«
Leo Trotzki: "Verratene Revolution", S.245-246.


»Seinem Wesen nach kann sich der Bonapartismus nicht lange halten: Eine Kugel, die man auf der Spitze der Pyramide legt, muß unweigerlich auf die eine oder die andere Seite herunterfallen.«
Leo Trotzki: "Arbeiterstaat, Thermidor und Bonapartismus" in: Trotzki Schriften , Band 1.1, HH, 1988, Seite 607

»Die wissenschaftliche wie die politische Aufgabe besteht nicht darin, einen unvollendeten Prozeß mit einer vollendeten Definition zu versehen, sondern darin, ihn in seinen Etappen zu verfolgen ... und in dieser Voraussicht eine Stütze für das Handeln zu finden«
Leo Trotzki: "Verratene Revolution", Trotzki-Schriften, Hamburg 1988, Band 1.2, Seite 958


»Laßt uns für einen Moment annehmen, daß, in Übereinstimmung mit dem Vertrag mit Hitler, die Moskauer Regierung die Rechte des Privateigentums in den besetzten Gebieten unangetastet läßt und sich auf die Kontrolle nach faschistischem Muster beschränkt. Solch ein Zugeständnis würde einen tiefgehenden prinzipiellen Charakter haben und könnte zum Ausgangspunkt eines neuen Kapitels in der Geschichte des Sowjetregimes werden. Daraus folgt, daß es für uns zum Ausgangspunkt einer neuen Einschätzung der Natur des Sowjetstaates werden könnte«
zitiert nach: 'Theorie und Praxis', Wien, Nr. 1/78, Seite 37, Zitat-Nr. 49

»Die Substanz des Thermidor war sozialen Charakters und konnte nur sozialen Charakters sein. Sie war die Kristallisierung einer neuen privilegierten Schicht, die Schöpfung eines neuen Unterbaus für die ökonomisch herrschende Klasse. Zwei Anwärter auf diese Rolle waren vorhanden: das Kleinbürgertum und die Bürokratie selbst. Sie kämpften Schulter an Schulter (in der Schlacht um die Brechung) des Widerstandes der proletarischen Avantgarde. Als diese Aufgabe erfüllt war, brach ein wütender Kampf unter ihnen los. Die Bürokratie in ihrer Isolierung und Trennung vom Proletariat bekam Angst. Allein war sie nicht imstande, weder den Kulaken niederzuhalten noch das Kleinbürgertum, das auf der Basis der NEP gewachsen war und weiter wuchs. Sie brauchte die Hilfe des Proletariats. Daher ihre planmäßigen Anstrengungen, den Kampf des Proletariats gegen die kapitalistischen Restaurierungsversuche darzustellen.«'
Leo Trotzki: "Stalin - Eine Biographie", Köln-Berlin 1952, S.519.

Verbrechen

Geburt des Kapitalismus
»Die Zahl derer, die in Paris aufgrund von Verbrechen verurteilt wurden, stieg von 237 pro 100.000 Einwohner im Jahre 1835 auf 375 im Jahre 1847 und 444 im Jahre 1868. Im 18. Jahrhundert noch unbekannt, war der Berufsverbrecher zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Realität geworden.«
Ernest Mandel: "Ein schönder Mord, Sozialgeschichte des Kriminalromans", Ffm., 1987, S. 15

»Foché (Beamter in Napoleons Innenministerium) sekbsr gab zu, daß sich seine "allgemeine Polizei" aus den "Einkünften des Lasters" (Spiel, Prostitution usw.) finanzierte, wodurch wir von Anfang an  der charakteristischen Symbioxe von Polizei und Verbrechen begegnen.«
Ernest Mandel: "Ein schönder Mord, Sozialgeschichte des Kriminalromans", Ffm., 1987, S. 22

Am Anfang des Kapitalismus hielt die Bourgeoisie den Staat und die Polizeit lieber schwach und vertraute darauf, daß die Gesetze des Marktes asusreichen würden, um ihre Herrschaft durchzusetzen. Der Staat, das waren unnötige Ausgaben.
»Jedenfalls gab es auch einen praktischen Grund für solche Feindschaft gegen die Polizei. Das Konkursrecht definierte, zumindest in England, Insolvenz immer noch als Kriminaldelikt. In den Gefängnissen steckten weit mehr Schuldner als Mörder oder Diebe. Gerichte, Polizei und Gefängnisbehörden hatten mehr mit Schulden, Wechseln und Tratten zu tun als mit Gewaltverbrechen.«
Ernest Mandel: "Ein schönder Mord, Sozialgeschichte des Kriminalromans", Ffm., 1987, S. 22

»Noch 1850 wurden die meisten kriminalrechtlichen Urteile in Frankreich wegen Diebstahls ausgesprochen, aber um 1860 war Betrug das häufigste Delikt. Zwischen 1830 und 1880 stieg die Zahl der registrierten Diebstähle um 238 Prozent, der Betrugsdelikte um 323 Prozent und der arglistigen Täuschung um 630 Prozent. Kleinhändler, Handwerker, Schullehrer, niedere Staatsbeamte und Bauern hofften natürlich, keine Bekanntschaft mit dem Gefängnis zu machen, doch waren sie gleichzeitig nur zu gern bereit, jene, die sie um ihre bescheidenen Ersparnisse oder kleinen Einkommen bringen wollten, hinter Schloß und Riegel gebracht zu sehen.«
Ernest Mandel: "Ein schönder Mord, Sozialgeschichte des Kriminalromans", Ffm., 1987, S. 23

Dieses Übergewicht des Zivilrechts gegenüber dem Strafrecht resultiert daraus, das Anfangs die schon reiche Bourgeoisie sich gegen den hungernden Plebs, der sein Geld raubte, oder Möchtegern-Emporkömmlingen, die durch Schulden hochzukommen versuchten, schützen wollte. Nun richtete sich dieses Gesetz gegen die Mehrheit der Bourgeoisie.
Staat - Verbrechen (USA - Frankreich - Italien)

»In den Vereinigten Staaten selbst und in anderen westlichen Ländern sind politische Polizeibehörden wie das FBI in ähnlicher (Mord, Foltererausbildung, Militärcoups) Weise damit beschäftigt, in großem Stil alle möglichen Organisationen zu unterwandern, die als Feinde der bürgerlichen Gesellschaft angesehen werden - oft ohne jede gesetzliche Handhabe oder Legitimation. Der verbreitete Rückgriff auf Inormanten, Telefonüberwachung, Bestechung, Meineid und ähnlich finstere oder gar kriminelle Aktivitäten, die Strafverschonung für eingestandene Verbrechen, die Nachsicht gegen Terror von rechts und antigewerkschaftliche Gewalt bis hin zu getarnten Aktionen - all dies gehört zum Arsenal der Mittel, die dem Staatsapparat heute zur Verfügung stehen...
Eine ähnlicher Symbiose beweist der berüchtigte Fall der SAC in Frankreich. Sie war ursprünglich eine Privatpolizei, die die Gaullisten in der letzten Phase des Algerienkriegs und unmittelbar danach bei ihrem Kampf gegen die OAS einsetzte. Später diente sie als gaullistische Geheimarmee, bestimmte für den Einsatz gegen politische Feinde aller Art. Schließlich verkam sie zu einer Bande schlichter Gangster, die eine lange, blutige Spur von Gewalt, Folter und Mod hinterließ...

Aber das bislang aufschlußreicheste Einzelbeispiel für diese wachsende Symbiose zwischen organisiertem Verbrechen, Big Gusiness und Staat war jene Schiebung, die die Ambrosiano-Bank, die Mafia, den Staat Italien und den Vatikanstaat zusammenführte. Als die Bank - unter Hinterlassung von Schulden in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar - zusammenbrach, stellte sich heraus, daß der oberste Repräsentant der Bank, Roberto Calvi, enge Kontakte zu dem zwielichigen Bankier Sindona unterhalten hatte, dessen Banken in Europa und in den Vereinigten Staaten 1975 zusammengebrochen waren. Sindona unterhielt sowohl Verbindungen zu ersten Kreisen der italienischen Wirtschaft, deren Mitgliedern er bei Steuerhinterziehung und illegalem Kapitalexport bhilflich gewesen war, als auch zur Mafia. Sindona und Calvi standen beide in enger Verbindung mit Cliquen im Vatikan und in der christdemokratischen Partei. Tatsächlich hatte die Hausbank des Vatikan, das "Instituto per le Opere de Religione" (IOR), befristete Bürgschaften für gewisse Operationen der Ambrosiano-Bank in Mittelamerika übernommen, bei denen es um irgendwelche vom IOR kontrollierte Firmen in Panama ging - Operationen jedenfalls, die möglicherweise zur Tarnung gewaltiger illegaler Kapitaltransfers und Spekulationen dienten. Das Staunen der Öffentlichkeit erreichte einen Höhepunkt, als bekannt wurde, daß Erzbischoff Marcinkus, der Chef des IOR, 1977 vom FBI ausführlich nach vorgeblichen Verbindungen zur Mafia befragt worden war, die vermutlich den extraterritorialen Status der Vatikan bánk in Italien nutzen wollte, um schmutziges Geld zu waschen, wie auch viele der reichsten Familine Italiens sich zum Zweck der Steuerhinterziehung und Kapitalflucht an dieses Institut wandten«
Ernest Mandel: "Ein schönder Mord, Sozialgeschichte des Kriminalromans", Ffm., 1987, S. 123

Spätere Reportagen sahen es auch als bewiesen an, daß es sich bei den Mittelamerika-Geschäften um Rauschgift handelte. Der Direktor der Ambrosiano-Bank wußte scheinbar zuviel. Jedenfalls fand man ihn aufgehängt unter einer Londoner Brücke und die Presse brachte unseren Erzbischoff in Zusammenhang mit diesem Mord im Auftrag des heiligen Geistes. Legal - Illegal - Gottverdammtegal.

Verbrechen und Sozialdemokraten

»Diese Entwicklung gipfelte in seinem jüngsten Buch in einer beredten Anklage gegen die tatsächliche Verfilzung von Unterwelt und Staatsorganen (einschließlich der Justiz) in der südfranzösischen Region Nizza: "Ich klage an". Dieses Werk wurde in Frankreich von der "sozialistischen" Regierung Mitterand und Mauroy verboten.
Ernest Mandel: "Ein schönder Mord, Sozialgeschichte des Kriminalromans", Ffm., 1987, S. 133

»Wer sich dunkel und verstiegen ausdrückt, wo es sich nicht um reine Gedankenbilder der Philosophie oder Hirngespinste der reinen Mystik handelt, zeigt nur, daß er über die Sache im unklaren ist oder aber der Klarheit aus dem Wege zu gehen Ursache hat«
Rosa Luxemburg: "Einführung in die Nationalökonomie", GW 5, S. 527

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