Guten Tag, lieber Leser

Die vorliegende Untersuchung belegt entlang des Luxemburgischen Gesetzes der Grenzen des Marktes, dass, wenn weltweit die Anlageinvestitionen schneller fallen als die Löhne, die Marktwirtschaft mit ihrer Konkurrenz an ihr Ende stoßen wird, wie an einem nachfedernden Prellbock. Sicher trat dieses Phänomen schon in der Geschichte während der Welt­kriege auf, aber noch nicht weltweit in jedem Land. Das geschah außerdem zu den Zeiten, da die Profitraten weltweit noch 20% und mehr betrugen. Heute aber liegen sie weit unter dem Finanzmarktzinssatz, so, dass eine alleinige Profitproduktion im Durchschnitt nicht mehr lohnt. Nur noch das Wirtschaften von der Substanz, die nicht marktgerechte Rohstoffaneignung oder das Spekulieren an den Finanzmärkten hat dem Kapital eine lohnende Rendite verschafft. Der jetzt angefangene unweigerliche Ablauf des Platzens der daraus resultierenden verschiedenen Blasen und der geplante Schritt in die weltweiten Rohstoffkämpfe sind Merkmale der Todeszuckungen, die das Ende der Marktwirtschaft einleiten. Diese Entwicklung wird anhand typischer Beispiele in der vorgelegten Schrift aus der Sicht eines Betroffenen der Neoliberalisierung plastisch dargestellt. Aber es wird auch die Alternative aufgezeigt, die gemeinsame, solidarische, planvolle Basisdemokratie der Räte. Statt erst zu produzieren und dann in Konkurrenz die Nachfrage festzustellen, wird erst der Bedarf aller Menschen in der Welt festgestellt und dann solidarisch produziert. Das ist das ganze Geheimnis.

Im Anhang wird der tendenzielle Fall der Profitrate mit einfachen Worten und grafischen Beispielen erklärt, der die Untersuchung der vorderen Beispiele der erweiterten Reproduktion verständlicher macht.

Norbert Nelte

 

Norbert Nelte
Rosa Luxemburg, die Grenzen des Marktes und die Todeszuckungen des Kapitalismus!

Dezember 2004 – Überarbeitet 2007

© 2007 Norbert Nelte
Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt.
ISBN-13: 9783837009798
Telefon 0221-2870388
e-mail: nc-nelteno@netcologne.de
http://www.marktende.de/

Rosa Luxemburg,
die Grenzen des Marktes
und die Todeszuckungen
des Kapitalismus!

Das Überproduktionsgesetz!

Norbert Nelte

Inhaltsangabe

1. Die Fragestellung

Verkaufsbeispiele

4.4 Auf den Punkt gebracht! - Rosa Luxemburg und die Ölkriege!

Rezension von Francis Byrne

Kurzbiografie

Bücher von Norbert Nelte

Artikel in der Linken Zeitung seit 2006

Inhalt

Inhalt                                                                      
1.    Die Fragestellung                                                                      
       Erläuterungen                                                                           
2.    Marx oder Luxemburg?                                                          
2.1. Die Arbeitswertlehre                                                               
2.2. Der „tendenzielle Fall der Profitrate” von Karl Marx                
2.3. Die erweiterte Reproduktion bei Marx und Luxemburg           
2.4. Der ausgeglichene Markt bei Marx                                          
2.3. Die „Grenzen des Marktes” von Rosa Luxemburg                       
       (Das Überproduktionsgesetz!)                                                 
2.6. Zusammenfassung                                                                     
3.    Die aktuelle Weltlage 2007                                                      
3.1. Die Profitrate                                                                           
3.2. Heuschrecken, Das letzte Aufgebot des Kapitals!                     
3.3. Der Weltwirtschaftsmotor USA vor dem Kolbenfresser            
       a. Der Kampf mit China um die Weltherrschaft                         
       b. Die Ölkriege                                                                        
       c. Schulden und Inflationsgefahr                                                
           Bankenzusammenbrüche                                                      
3.4. Gewinne bei den Banken, Kürzung bei den Kranken.               
3.5. Wirtschaftsankurbelung durch Lohnverzicht?                           
3.6. Tasche leer, Schnauze voll                                                      
4.   Wohin?
4.0. Von Babylon bis zum Militärcamp Babylon
4.1. Arbeiterrätedemokratie
4.2. Schlussbemerkung
4.3. PS - Die unendliche Geschichte für Erwachsene
4.4 Auf den Punkt gebracht!

Anhang
1. Rosa Luxemburg und die Asien-Krise
2. Marxistische Wirtschaftstheorie, leicht gemacht

Excel-Tabelle - http://www.marktende.de/NORBERT_.XLS

 

   

Rosa Luxemburg, die Grenzen des Marktes und die Todeszuckungen des Kapitalismus!

Das Überproduktionsgesetz!


Norbert Nelte

1. Die Fragestellung aus der Sicht eines Betroffenen

Am Anfang des 3. Jahrtausends wird die Existenzgrundlage der Lohn- und Gehaltsabhängigen überall in der Welt massiv durchlöchert. Bald jeden Tag droht ein Unternehmen mit der Abwanderung in ein Billiglohnland, wenn die Arbeitnehmer sich nicht auf einschneidende Lohnkürzungen bis zu 30% einlassen würden.

Die Kürzungen werden manchmal direkt, meistens aber verstohlen begründet. Der Siemens-Vorstand beispielsweise gab unverhohlen offen als Grund für die Lohnkürzungen an, dass er wieder eine Rendite von 18% erwirtschaften [lassen] will, eine Profitrate wie vor dem 2. Weltkrieg. Mercedes schob verschämt die südafrikanischen und sogar Bremer Kollegen als Dumpinglöhner vor. Beide zeigten gleich, dass sie sich nicht als Dumpinglöhner instrumentalisieren lassen. Kaum, dass die Sozialkürzung angefangenen haben, ist schon die 2. Stufe auf der Stufenleiter des Klassenkampfes eröffnet: Der Solidaritätsstreik.

Das Kapital und sein Staat hetzen einen von einer Kürzung zur nächsten, von dem Rentenklau über die kranke Gesundheitspolitik bis zur Abschaffung der Arbeitslosenhilfe, der Kürzung des Urlaubs-, des Weihnachtsgeldes oder der Verlängerung der Arbeitszeit. Kaum, dass man und die Familie sich auf die schmaler werdende Geldbörse eingestellt hat, zur Ruh gekommen ist und sich besinnen will, lauscht man schon, welche Missetaten als nächstes die Damen und Herren da oben aushecken. Die dramatische Wirtschaftsentwicklung kann einen Angst und Bange machen, man fühlt sich ohnmächtig dem turbulenten Weltmarkt ausgeliefert.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass man am nächsten Morgen wieder aufwacht und der ganze Spuk vorbei ist oder die Vorfreude auf die 3. Runde des Klassenkampfes, dem selbstbestimmtem, emanzipierenden wilden Streik, den die Busfahrer, die Post- und Feuerwehrkollegen in Rom und London oder die Lehrer in Oaxaca in Mexiko schon vorgeführt hatten.

Der Widerstand formiert sich. Die Linken in der SPD sammeln sich um eine „Unabhängige” SPD, bei der auch schon Teile des Arbeitnehmerflügels der CDU mitarbeiten. Und hier schreitet der Diskussionsprozess im Netzwerk der linken Opposition voran. Die Parteienlandschaft in ganz Europa verändert sich grundlegend.

Die Kürzungen müssen sein, sagen die Politiker, damit Deutschland auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähig bleibt und es durch niedrigere Lohnstückkosten für das Kapital wieder attraktiv sein wird. Das würde Arbeitsplätze schaffen. Nur, Sozialkürzungen werden auf der ganzen Welt durchgeführt und weltweit sinken die Lohnstückkosten. Ein angestrebter Sonderprofit für Deutschland wird somit wieder eliminiert.

Dreiviertel der Bevölkerung glaubt daher auch zu recht nicht an mehr Arbeitsplätze durch Sozialkürzungen. Dabei traut man keiner im Bundestag vertretenen Partei zu, Arbeitsplätze zu schaffen und die wirtschaftliche Situation wesentlich verbessern zu können.

Niemand weiß, ob er morgen noch seinen Arbeitsplatz haben wird und ob das Familieneinkommen noch langen wird. Bekomme ich noch einen Hort- oder einen Ausbildungsplatz für meine Kinder? Langt die Rente noch zum Leben im Alter? Und was wird, wenn ich einmal schwer krank werde? Werde ich mein Häuschen noch halten und die Tilgungen bezahlen können oder gerät es wie bei meinem Nachbarn unter dem Hammer?

Wird es mit dem Sozialabbau einmal ein Ende haben oder geht das ins Bodenlose so weiter? Werden die Löhne bis zu einem weltweiten Durchschnittslohn von vielleicht 1 bis 2 Euro fallen oder stoppt irgendeiner irgendwann einmal den Abwärtstrend? Wird es im Kapitalismus noch eine Lösung geben oder kann nur ein neues Gesellschaftssystem den Verfall aufhalten? Und wie würde dieses aussehen, auch demokratisch oder erwartet uns dann eine Diktatur, vielleicht sogar ein „Big Brother”?

Das sind die quälenden Existenzängste, die die Lohn- und Gehaltsabhängigen beschäftigen, wenn sie diese Fragen nicht gar verdrängt haben, weil sie doch zu beängstigend sind. Fast alle Politiker und Auftrags-Journalisten sind sich währenddessen einig, dass nur mit „Reformen”, wie sie die Sozialkürzungen nennen, Deutschland fürs große Geld wieder attraktiv gemacht und somit wieder Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Also muss weiter gekürzt werden, ist das Credo der Elite. Dem Menschen muss es schlechter gehen, damit es der Wirtschaft besser gehen kann. Ein System, dass dies verlangt, kann man nur menschenverachtend nennen.

Schon oft wurde auf Lohnerhöhungsprozente verzichtet und Arbeitsplätze dafür versprochen. Bei den Versprechungen aber ist es dann meist geblieben.

In der Realität aber sind die meisten Staatskassen leer ohne Aussicht auf mehr Einnahmen. Die Staatsschulden steigen ins Unermessliche und damit wird auch die Zukunft unsere Kinder verbaut. Droht gar eine Inflation? Werden all die Probleme wirklich noch gelöst oder versinkt die Welt in einer dunklen Barbarei, in der plündernde Horden die Regeln bestimmen?

Warum muss die Politik sich derart von der Ökonomie bestimmen lassen? Weil in einer Marktwirtschaft der Markt entscheidet. Man wollte die Marktwirtschaft auch nach Hitler. Nicht die Arbeiter. Sie bildeten nach dem Krieg Antifakomitees und wollten mit dieser Organisationsform ohne die Kriegstreiber Krupp und Thyssen die Betriebe solidarisch wiederaufbauen. 100.000 Bergarbeiter forderten von Düsseldorf »entschädigungslose Enteignung« der kriegsverbrecherischen Kohlebarone an Rhein und Ruhr. Bei einer Volksbefragung im Dezember 1946 in Hessen stimmte die Bevölkerung zu 72% für die Verstaatlichung der Schlüsselindustrie. Ein Kongress der Landesgewerkschaften Bayerns 1947 stellte fest: "Die Uhr des privatkapitalistischen Systems" sei "abgelaufen".

Es war das amerikanische Militär, das die Antifakomitees verboten hatten und die Marktwirtschaft durchsetzte. Die Bewegung für eine Arbeiterdemokratie war damals so breit, das sogar die CDU noch 1948 auf einem Wahlplakat schrieb: »Das bürgerlich-kapitalistische Zeitalter ist vorbei. Dem wahren Sozialismus gehört die Zukunft«. Aber die USA hatten andere Pläne mit Deutschland und konnten im Aufschwung nach 1953 dann die Mehrheit der Arbeiter überzeugen.

1972 wollte die SPD den Auszubildenden mehr Rechte geben. Daraufhin stellten die Unternehmer keine Auszubildenden mehr ein und die SPD musste ihr schönes Gesetz zurücknehmen. Solche Erpressungen der Unternehmer erleben wir heute tagtäglich, so dass die Politik schon im Voraus eilendem Gehorsam sich unterordnet. Sogar die reformistische Gewerkschaftsführung stellt Siemens oder Mercedes Persilscheine für massive Sozialkürzungen aus, weil diese mit Ungarn oder Südafrika drohen. Mit ihren ständigen Drohungen erpressen die Konzerne die Zerfledderung der Tarifverträge oder die Kürzung bei den Sozialausgaben zur Senkung der Lohnnebenkosten.

Der internationale Konkurrent bietet heute seine Ware zu Niedrigstpreisen im weltweiten Web an, was zur Globalisierung führte. Der sogenannte freie Markt wird daher schon mehr als Bedrohung gesehen denn als Segen. Manche überlegen da, ob man nicht besser die Zollschranken wieder hochziehen sollte. Protektionismus hatte aber schon vor dem 1. Weltkrieg zur Katastrophe geführt und würde heute besonders im exportabhängigen Deutschland erst Recht zum wirtschaftlichen Ruin führen. Wenn man die Waren der anderen Länder ausschließt, werden diese Länder dann natürlich mit der deutschen Ware das gleiche tun.

Wir möchten allen Lesern, die nicht so vertraut sind mit der marxistischen Ökonomie empfehlen, erst ab dem Kapitel 2.4, den Schlussfolgerungen aus der Theorie, die Schrift zu lesen, dann den Anhang „Marxistische Ökonomie, leicht gemacht” und dann erst den 2. Kapitel. Das 2. Kapitel ist schwer zu verdauen und mag manchen als zu kopflastig erscheinen. Er ist aber hauptsächlich gedacht für die Theoretiker, die Rosa Luxemburgs Theorie von den „Grenzen des Marktes” bereits als unstimmig abgelehnt haben, aber auch bereit sind, sich noch einmal mit einer Verteidigungsrede aus einer anderen Sicht zu befassen.

Ab dem 3. Kapitel der Weltlage gerät Gegenwarts- und Zukunftsform manchmal durcheinander. Sobald ich konnte, habe ich die Zukunfts- in die Gegenwartsform umgewandelt, wenn die Realität mich wiederholt eingeholt hatte. Da ich aber gelähmt bin und gerade noch mit der Kopfmaus die Bildschirmtastatur bediene, komme ich der Schnelligkeit der Realität oft nicht mehr hinterher. Der Leser möge Verständnis dafür haben, besonders auch, da zwischen Fertigstellung und Herausgabe auch einige Zeit vergehen wird. Wahrscheinlich finde ich gar keinen Verleger, denn es bedarf eines gewaltigen verlegerischen Mutes, sich auf diese gewagten Visionen einzulassen. …

Vgl. auch Rosa Luxemburg: Zum Schema der Erweiterten Reproduktion von K. Marx

 

Verkaufsbeispiele Internetshops

168 Seiten mit grafischen Darstellungen – 15 €uro im Buchhandel und Internet (z.B. bei Amazon, Libri, Buch.de, Hugendubel und 1.000 anderen)

EAN-13: 9783837009798
ISBN-10: 3837009793
BoL, Verlag
http://www.bod.de/index.php?id=1132&objk_id=108189
Amazon
http://www.amazon.de/gp/product/3837009793/sr=1-1/qid=1193579237/ref=olp_product_details/302-0677083-6579201?ie=UTF8&me=&qid=1193579237&sr=1-1&seller=
Amazon macht mit der NPD Geschäftte. Kucken, kaufen hier:
Hugendubel
http://www.hugendubel.de/Liste.aspx?k=norbert+nelte
Buch Versandkostenfrei
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Libri
http://www.libri.de/shop/action/quickSearch;jsessionid=fdc-e9esrf6arm2.www11?searchString=norbert+nelte

Krisenticker

4.4 Auf den Punkt gebracht! 
Rosa Luxemburg und die Ölkriege!

Rosa Luxemburg sah in ihrem Werk „Die Akkumulation des Kapitals” das Ende des Kapitalismus viel plötzlicher und dramatischer kommen als Karl Marx.

Marx legt seinen Schwerpunkt auf die Krisenzyklen und den „tendenziellen Fall der Profitrate”. Unter dem Fall der Profitrate leidet besonders das Kleinkapital. Es macht aber den internationalen Konzernen Feuer unterm Hintern. Wenn lohnende Profitraten ausbleiben »und die Kapitalbildung ausschließlich in die Hände einiger wenigen, fertigen Großkapitale fiele«. fehlt die »treibende Macht in der kapitalistischen Produktion«. Das »belebende Feuer der Produktion erlischt«. wie Marx es ausdrückt »Sie würde einschlummern.« fügt er hinzu.

Rosa Luxemburg äußert sich darüber in der „Antikritik”, das man dann genausogut auf das „Erlöschen der Sonne” warten könne. Bei ihr stellt sich das Ende viel dramatischer dar als ein sanftes „Einschlummern”. »Der Kapitalismus müsse in Todeszuckungen geraten, längst bevor die ihm immanente Tendenz auf Erweiterung des Marktes auf die objektive Schranke gestoßen sei«. konstatiert sie.

Auch in ihrer Antikritik sieht sie aufgrund der Grenzen des Marktes dieses dramatische Ende: »Der Imperialismus ist ebensosehr eine geschichtliche Methode der Existenzverlängerung des Kapitals, wie das sicherste Mittel, dessen Existenz auf kürzestem Wege objektiv ein Ziel zu setzen. Damit ist nicht gesagt, das dieser Endpunkt pedantisch erreicht werden muss. Schon die Tendenz zu diesem Endziel der kapitalistischen Entwicklung äußert sich in Formen, die die Schlussphase des Kapitalismus zu einer Periode der Katastrophen gestalten.«.

Wie kommt sie zu einem derartig dramatischen Ende des Kapitalismus? Sie ging auf der Grundlage der Arbeitswertwertlehre von Marx davon aus, dass die erweiterte Reproduktion nicht stattfinden kann, wenn nichtkapitalistische Sphären auf dem Land oder im Ausland bereits kapitalisiert, verengt oder verstopft sind.

Leider meinte sie irrigerweise, dass man den Überschuss im Konsumsektor, der sich durch die relative Armut der Arbeiter bzw. durch das Wachstum der Zusammensetzung des Kapitals ergibt, - was sie wiederum richtig feststellte - nicht zum entsprechend unterversorgten Produktionsmittelsektor übertragen könne.

Natürlich kann man viele Dinge des Konsums wie Strom, PKW’s oder Computer auch in der Produktion einsetzen bzw. kann der Konsummittelproduzent seinen Mehrwert auch im Produktionsmittelsektor kapitalisieren. Bei sich ausdehnenden Märkten und sogar bei verstopften Märkten in Aufschwungsphasen wird die Übertragung des Überschusses vom Konsumsektor zum Produktionsmittelsektor kein Problem darstellen.

Lange aber bevor die Grenze des Marktes erreicht sein wird, wird die Übertragung des Überschusses zum Produktionsmittelsektor immer schwieriger, bis sie gänzlich sich einstellt. Hierin liegt Rosa Luxemburgs genialer Hinweis, der heute nach bald 100 Jahren für die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage unwahrscheinlich wertvolle Dienste leistet. Die Krisen werden bei der Verstopfung schneller tiefer fallen und können von den Booms immer schwerer in die Wachstumsphase gehoben werden.

Die Löhne werden gesenkt und bald sinken die Investitionen schneller als die Löhne. Ab diesem Zeitpunkt ergeben sich die Überschüsse im Produktions- mittelsektor und sie können kaum noch vom Konsumsektor aufgefangen werden. Das Wirtschaftsgetriebe kommt knirschend langsam zum Stillstand.

Die Haltung, dass der Markt unabhängig der Zyklen immer ausgeglichen sei, da jeder produzierende Arbeiter oder Kapitalist das eingenommene Geld auch wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück geben müssen, geht fehl.

Der Arbeiter produziert immer mehr, als er für die Reproduktion benötigt. Der Rest aber geht in Form von Mehrwert an den Kapitalisten. Dieser wird nur nach der Erwartungshaltung das Geld wieder kapitalisieren. Er wird nicht investieren, wenn der Weltmarkt sich nicht mehr ausweitet und er gar Binnenmarktanteile eines sowieso immer kleiner werdenden Konsumentenbinnenmarktes an die ausländische Billigkonkurrenz verliert. Nur wenn es neue wesentliche Technologien im Investitionsmittelbereich gibt, wird der Produktionsmittelkapitalist ebenfalls investieren. Wenn es aber neue Märkte weder auf dem Lande noch im Ausland und es keine neuen Technologien geben wird, wird der Kapitalist den Mehrwert vielleicht im Waffenhandel oder gar nur im Wettgeschäft der Terminbörsen anlegen und so Sonderprofite erwirtschaften, die er nur noch auf Kosten seiner Konkurrenten erzielen wird. Das Kapital wird sich in seiner Endphase gegenseitig auffressen.

Aktuell sind mit China alle wesentlichen potenziellen Länder durchkapitalisiert. Die Kapitalisten von Südamerika, Afrika, Russland und des Orients sind schon zu korrupt oder verrottet, als dass diese Länder im Kapitalismus noch entwickelt werden könnten.

Noch erscheint der Überschuss im Konsumsektor, besonders in den aufstrebenden Ländern. Der Export erfuhr noch keine Einbrüche. Die Schwierigkeiten treten auch mehr dadurch auf, dass das neu kapitalisierte Land in die alten Metropolen zurück exportiert. In Deutschland, dem Exportweltmeister, übertraf im August 2005 der Export nicht mehr den Import. Das können die ersten Anzeichen für gesättigte Weltmärkte sein. Ein Betrieb nach dem anderen wandert auch schon ins billige Ausland ab, so, dass es trotz internationaler Angleichung vielleicht nur noch eine Sache von 10 Jahren ist, wann die Investitionen schneller schrumpfen werden als die Löhne und dann der Überschuss im Produktionsmittelsektor erscheinen wird mit all seinen üblen Folgeerscheinungen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika erwarten 2005 gar ein Handelsbilanz- defizit mit China von 200 Milliarden Dollar. In der Nummer 32/2005 berichtet der Spiegel recht eindringlich, dass die USA bereits in vielen Branchen hunderttausende von Arbeitsplätzen an China verloren hat. Amerika erlebt einen Schockzustand, konstatiert das Magazin.

Es kommt zu den Grenzen des Marktes noch hinzu, dass das letzte nichtkapitalistische Land auch das absolut größte der Welt ist und die USA beim Bruttosozialprodukt nach OECD im Jahre 2015 einholen wird. Zu den Todeszuckungen des Kapitalismus kommt dann noch ein verzweifelter Kampf um die Vorherrschaft in der Welt dazu, und er hat schon heimlich angefangen.

Schon 1992 schrieb der stellvertretende Ex-Kriegsminister unter Bush und jetzige IWF-Präsident Wolfowitz in seinem "Defense Plannung Guidance":

»Hauptziel ist die Verhinderung des (Wieder-)Aufstiegs eines neuen Rivalen durch Sicherung der eigenen militärisch-technologischen Überlegenheit. Dies verlangt jede Anstrengung, feindliche Mächte an der Kontrolle einer Region und ihrer Ressourcen sowie an damit verbundenen globalen Machtambitionen zu hindern. Diese Regionen schließen Westeuropa, Ostasien, das Territorium der früheren Sowjetunion und Südwestasien ein«.

Inzwischen wurde diese Sichtweise auch von den Demokraten übernommen und 1999 wurde die chinesische Botschaft unter dem Befehl des Demokraten Clinton zerbombt. Dann weiß man von den US-Spionageflugzeugen, als eines von den Chinesen abgeschossen wurde. Amerika behielt sich das Recht vor, weiter Spionageflüge zu unternehmen und China antwortete mit der Ankündigung von der ständigen Umkreisung Amerikas durch U-Boote mit Atomwaffen. Zu guter Letzt lieferte Boeing dem chinesischen Vorsitzenden ein Präsidentenflugzeug aus, das voll mit Wanzen bestückt war.

Die Dramatik der amerikanischen Kriegspläne reichen lt. Los Angeles Times bis hin zu Atomkriegsplänen, wenn der Rivale „mit herkömmlichen Waffen nicht bekämpft werden” kann.

Hilflos mussten die alten Metropolen mit ansehen, wie die durchschnittliche Profitrate (ähnlich der Kapitalrendite) nicht zufällig mit der Verengung der Märkte unter den Finanzmarktzinssatz sank, und damit eine kapitalistische Produktion sich nicht mehr lohnte, besonders nicht unter diesen Bedingungen der Dumpingkonkurrenten.

Man darf jetzt nicht denken, dass China die Profitrate wird viel länger hoch halten können. Durch die Globalisierung setzt sich auch eine internationale Angleichung durch. Sobald die Kapitalzusammensetzung (Anlagen zu Lohn) westlichen Standard in China erreicht hat, wird auch die Profitrate westlichen Standard dort erreicht haben.

Nun wollen die Staaten sich des emporkommenden Rivalen entledigen. Für diesen Waffengang benötigt es riesige Mengen an Öl und Amerikas Ölvorräte gehen in spätestens 10 Jahren zu Ende. China dagegen hatte Verträge mit Irak und weitere mit Iran und dem Sudan. Diese mussten die USA dem Rivalen für ihre Kriegspläne abluchsen und werden es noch weiter müssen.

Diese Ölkriege allein schon werden dem alleinigen Wirtschaftsmotor des Kapitalismus zum Stillstand bringen. Sie werden den Ölpreis und Amerikas Schulden in ungeahnte Höhen treiben und somit eine Hyperinflation verursachen, die die ganze Welt erfassen wird.

Noch vor dem Afghanistan-Krieg um die Ölpipeline von Kasachstan an den indischen Ozean und der Einkreisung Chinas stand der Ölpreis pro Barrel bei 10 Dollar, bis vor dem Irak-Krieg kletterte er auf 24 Dollar und steht 2 Jahre danach bereits bei 67 Dollar (August 2005) [Rapsöl fahren).

Im Dezember 2004 mussten der Senat und der Kongress von Washington die Schuldenhöchstgrenze von 8,7 Billionen Dollar heraufsetzen, weil sonst die Staaten schon zahlungsunfähig gewesen wären. 42 Billionen Dollar betragen Amerikas Gesamtschulden und jedes Jahr kommt ein Leistungsbilanzdefizit von 700 Milliarden dazu. Täglich muss die USA 2 Milliarden über Dollarstützungskäufe oder Aktien- bzw. Staatsanleihen geliehen bekommen, sonst sind sie bankrott und neben dem Satz „In God we trust” können wir dann auf dem Dollar die Ziffer aufgedruckt lesen: 1.000.000.000. Die Schulden der USA wachsen viermal so schnell wie ihr Bruttosozialprodukt und in China zweimal so schnell. Das ganze Zauberwerk läuft nur noch wie ein Schneeballsystem, es ist zur ständigen Ausweitung verdammt. Sobald die kleinste Stockung auftritt, wird es wie eine Seifenblase zerplatzen, dann Gute Nacht Marktwirtschaft.

Und dann?? Es geht weiter in der Geschichte wie immer, dass diesmal die wirklich große Mehrheit der Bevölkerungen, die Lohnabhängigen (85% der Bevölkerung heute in Europa), weltweit erst fasst unbewusst, später bewusst, das Wirtschaftssystem auf die nächste höhere Stufe heben werde.
Schon heute gibt es wilde Streiks, z.B. der Postarbeiter und Feuerwehrleute in London, der Busfahrer in Rom, der Autobauer bei Opel-Bochum oder der Eisenbahner in Frankreich wegen der der Globalisierung geschuldeten sozialen Kürzungen. Die wilden Streiks werden Streikkomitees wählen, die nach 3 Prinzipien aufgestellt werden:
1. Jederzeitige Abwählbarkeit.
2. Die Räte sind an die Beschlüsse der Basis gebunden.
3. Die Räte erhalten keinen Extra-Lohn.

Nach einiger Zeit werden sie sich in Arbeiterräte mit den gleichen Prinzipien (Nur Punkt 3 heißt dann: höchstens Facharbeiterlohn) verwandeln, die auch öffentliche Aufgaben wie Kontrolle der Mieten und Preise übernehmen werden und es entwickelt sich eine Doppelherrschaft zwischen Bundesrat und Arbeiterrat.

Soweit geschieht alles automatisch wie 1918. Nur damals standen wir am Anfang der kapitalistischen Konkurrenzwirtschaft, jetzt stehen wir vor ihren Trümmern, die Profitraten sind unter dem Finanzmarktzinssatz gefallen und es lohnt sich im Durchschnitt für den Kapitalist die Produktion nicht mehr.

Die objektiven Interessen der Arbeiter sind internationalistisch, denn er hat nur einen Dumpingkonkurrenten, wenn der chinesische Kollege 50 Cent verdient. Die Lohnabhängigen werden sich in Umbruchszeiten „Über Nacht” die Haltung der Internationalisten, und seien es noch so wenig, diesmal leicht aneignen und eine solidarische Produktionsweise unter wirklicher demokratischer Kontrolle der großen Mehrheit der Bevölkerung aneignen, denn die Konkurrenzlogiker haben nichts mehr anzubieten außer Arbeitslosigkeit, Kriege, Hunger, Billiglöhnen, Entmündigung und Depressionen.

Der Mensch braucht sich nicht mehr an die Wirtschaft anpassen, sondern die Wirtschaft wird dann für den Menschen da sein.

 

Rezension von Francis Byrne

Unbedingt lesen, um den Weltwirtschaftscrash endlich zu verstehen! Norbert Neltes Buch erschien schon im Oktober 2007. Darin skizzierte er bereits das heutige Krisenszenario. Zwar verstehen und erklären manche bürgerliche oder linke Ökonomen Teilaspekte dieser tiefen tiefen Krise ganz gut, warum sie aber jetzt und mit dieser Schärfe auftritt, das erklärte Nelte mit Hilfe von Rosa Luxemburg und Karl Marx bereits vor der heißen Phase des Abschwungs.


Zudem erklärt Nelte die marxistischen Grundtheorien im hinteren Teil seines Buches sehr einfach verständlich. Arbeitswertlehre, der tendenzielle Fall der Profitrate und andere marxistische Basics werden für ganz normale Leute mit vielen Bildern und Diagrammen leicht verständlich dargestellt. Andere Teile des Buches sind etwas aufwendiger zu verstehen.


Jetzt stehen wir mitten in der von Nelte skizzierten Depression. Der Kapitalismus ist mit Neltes Worten quasi „vor die Wand gefahren". Sogar der Ausblick auf eine kriegerische Lösung wird zunehmend wahrscheinlicher. Nelte schreibt, dass der kriegerische Sturm auf die Ölressourcen der Welt schon begonnen hat. Nur so kann die USA noch ihre Vormachtstellung in der Welt halten, indem sie ihre Konkurrenten mit der Öl-Waffe bedroht. Doch dafür müssen noch weitere Ölländer erobert werden.


Aber wie geht es nun weiter? Dafür bietet Nelte eine klar umrissene und auch einfache revolutionäre Lösung: Die Arbeiter in den Betrieben müssen basisdemokratisch entscheiden was und wieviel produziert wird. Bei Nelte wird also nicht - wie bei fast allen anderen Linken - von der DDR-Plan-Bonzokratie von oben gefaselt. Die Krisen, Kriege und Kürzungen können wir nur überwinden, wenn wir planvoll und basisdemokratisch von unten die Kontrolle über die Produktion übernehmen.


Ein visionäres Buch mit revolutionärem Inhalt von einem kämpferischen Geist. Unbedingt lesen!

 

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Siehe auch:

Die Agonie des Kapitals,

Protokolle seiner Todeszuckungen 1

zum Downloaden als PDF.Buch

Band 2 - 2 als PDF

 

 

Kurzbiografie

Norbert Nelte (*19.9.1945) studierte nach seiner Kaufmannslehre in den 60er Jahren Betriebswirtschaft und sammelte als Wirtschaftlichkeitsrechner praktische Erfahrungen über die Wirkungsweise des Kapitalismus. Nachdem er seit 1960 auf den wenigen Demonstrationen keine Gesinnungsgenossen für die Idee der Arbeiterräte fand, schloss er sich in der Studentenbewegung den deutschen Vertretern der Internationalen Sozialisten um Tony Cliff an.

In den 70er Jahren konnte er als Vertrauensmann eines Großbetriebes der Autozulieferindustrie, als Sprecher der Antiatombewegung in Hessen, als Sprecher der Atomgegner in den Gewerkschaften in Hessen-Nassau und in den 80er Jahren als Gründer und Sprecher der Arbeitlosengruppen in Hannover seine praktischen politischen Erfahrungen sammeln. Nachdem die Cliffisten sich 1990 nach rechts zum Zentrismus hin entwickelten, gründete er in Köln seine eigene Initiative zur Reorganisation der internationalen Sozialisten.

Der Schwerpunkt seines theoretischen Werkes liegt auf den ökonomischen Analysen. Er weckte aber auch Verständnis für die Staatskapitalimustheorie von Tony Cliff und konnte in den Darstellungen der Arbeitergeschichte und den Untersuchungen über die linke Bewegung seine praktischen Erfahrungen einbringen.

Bücher von Norbert Nelte

 

Rosa Luxemburg und die Grenzen des Marktes
Die Agonie des Kapitals, Protokolle seiner Todeszuckungen
Wirtschaftsankurbelung durch Lonverzicht?
Marxistische Wirtschaftstheorie - leicht gemacht
Markt oder Plan?
Klassenkampf

Geschichte und Logik der Arbeiterräte

Gemeinsame Bücher

The masters of the universe - Gewinne durch Zerstoerung - Die Heuschrecken
Kein Krieg für Öl
Atommacht Deutschland
Stoppt die Nazis
Marx' historischer Materialismus

Stoppt die Hetze gegen die Muslime

Nur digitale Schriften (auf Marktende.de)

Asyl - Die Arbeiterklasse - Die Kunst der Oktoberrevolution - Die Novemberrevolution - Einheitsfont-Volksfront - Generalstreik 1948 - Imperialismus - Klima - Krieg - Marxisten - Materialismus - Nigeria-Öl - Ökonomische Texte - Portugal 1974 - Reformistische oder revolutionäre Partei - Religion - Staatskapitalismus -  Verbrechen und Kapitalismus
MP3-Referate
Auf Wiedersehen, Vorgeschichte der Menschheit - Das Leben und Werk Trotzkis - Generalstreik 1948 - Krieg in Afghanistan - Marxistische Wirtschaftstheorie- Partei und Klasse - Verbrechen und Kapitalismus

Wikipedia

Deutsche Nationalbibliothek Leipzig

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